Die Gesellschaft des österreichischen Immobilienmoguls René Benko bekommt den Zuschlag für Hamburgs neues Wahrzeichen, „Elbtower“.


Die Signa-Gruppe hat das Rennen um den Bau des „Elbtowers“ in der Hamburger Hafencity gemacht. Damit erhält die zweitgrößte deutsche Metropole ein neues Wahrzeichen neben der Elbphilharmonie. Der Entwurf des Berliner Büros David Chipperfield Architects Berlin überzeugte eine Jury aus Architekten, Städtebauern und Immobilienfachleuten. In sieben Jahren soll der mit 233 Metern höchste Wolkenkratzer der Hansestadt – und der dritthöchste Deutschlands – fertiggestellt sein. Baubeginn ist in drei Jahren.

Damit ist Signa-Gründer René Benko ein neuer Coup in Deutschland gelungen. Hierzulande machte der 1977 geborene Österreicher, der mit 17 Jahren erste Erfahrungen in einer Projektentwicklungsfirma sammelte, vor allem durch den Kauf der Warenhauskette Karstadt und Kaufhaus-Käufe auf sich aufmerksam. Doch in seiner Heimat Österreich hat er sich als Projektentwickler einen Namen gemacht.

In das Hochhaus mit rund 100.000 Quadratmetern Fläche werden Einzelhändler, ein Hotel, Büronutzer, darunter auch Co-Working-Anbieter, einziehen. Sozialer und kommunikativer Treffpunkt des Gebäudes werde ein tagesbelichtetes, überdachtes Atrium sein, kündigte Signa an. „Als Architekten sind wir uns zunehmend darüber bewusst, dass die Stadt abhängig von der Qualität privater Bauprojekte ist“, freute sich Star-Architekt David Chipperfield über den Zuschlag.


Das Konzept von Signa greift zwei aktuelle Trends auf: Mischnutzung durch unterschiedliche Mieter und die Vermietung an Co-Working-Anbieter. Firmen wie Wework zählen nämlich inzwischen neben Banken, Anwälten und Wirtschaftsberatern zu den Mietern, die Spitzenmieten zahlen. Immobiliendienstleister CBRE beobachtet, dass diese Mietkunden, die ihre Räume an Kurzzeitnutzer weitervermieten, in Hamburg „aggressiv auf den Markt drängen“.

Das Projekt wird zu einem Zeitpunkt gestartet, zu dem der Hamburger Büromarkt wie geschmiert läuft. Im vergangenen Jahr erreichte die Vermarktung von Büromietflächen in der Hansestadt ein Rekordniveau und auch der Leerstand sank im historischen Vergleich auf ein sehr niedrigem Niveau. Es wurden Mietverträge über 640.000 Quadratmeter abgeschlossen und die Leerstandsquote fiel auf niedrige 4,6 Prozent.

Allerdings hängt der drittgrößte Bürovermietungsmarkt Deutschlands beim Mietniveau deutlich hinter Berlin, München und Frankfurt her. In Spitzenobjekten in erstklassiger Lage werden zurzeit 26,50 Euro Monatsmiete bezahlt. Der „Elbtower“ bietet Spitzenarchitektur und -technologie. Für ähnliche Prestigeobjekte wie etwa Opern- und Taunus-Turm in Frankfurt werden Mieten um die 40 Euro pro Quadratmeter im Monat bezahlt. Davon ist der Markt in Hamburg zurzeit noch entfernt.