Geschworene vertagen Beratungen im Prozess gegen Epstein-Vertraute Maxwell

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Maxwell mit Epstein auf Motorrad (AFP/Handout)

Die langjährige Vertraute des gestorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, wird bis nach Weihnachten auf ein Urteil in ihrem Prozess warten müssen. Richterin Alison Nathan gab einem Antrag der Geschworenen statt, Donnerstag nicht zu beraten, und forderte sie auf, am Montag nach Weihnachten zurückzukehren. Die zwölf Geschworenen diskutieren seit Montag, ob Ghislaine über Jahre systematisch Minderjährige für Epstein rekrutiert hat.

Die Vertagung der Beratungen bedeutete, dass Maxwell ihren 60. Geburtstag am ersten Weihnachtsfeiertag hinter Gittern verbringen muss. Im Falle einer Verurteilung droht Maxwell eine jahrzehntelange Gefängnisstrafe. Die Geschworenen müssen in jedem Anklagepunkt zu einer einstimmigen Entscheidung kommen. Wie viel Zeit sie dafür noch benötigen, ist unklar. Wenn sie sich nicht einigen können, kann die Richterin den Prozess für ergebnislos erklären.

Die Epstein-Vertraute wurde im Juli 2020 in einem Haus im US-Bundesstaat New Hampshire festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Anklage wirft Maxwell vor, über Jahre systematisch Minderjährige für Epstein rekrutiert zu haben, die von dem bestens vernetzten Finanzinvestor dann sexuell missbraucht wurden. Konkret wird Maxwell in sechs Anklagepunkten Sexhandel zwischen den Jahren 1994 und 2004 zur Last gelegt.

Während des dreiwöchigen Prozesses sagten vier mutmaßliche Epstein-Opfer aus. Zwei von ihnen waren nach eigenen Angaben nur 14 Jahre alt, als der sexuelle Missbrauch begann. Maxwell selbst lehnte es ab, in dem Prozess auszusagen, sie hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Ihre Anwälte werfen der Staatsanwaltschaft vor, Maxwell zum "Sündenbock" zu machen, weil Epstein nach seinem Tod nicht mehr der Prozess gemacht werden kann.

Der bereits 2008 wegen Sexualverbrechen verurteilte Epstein war im August 2019 nach einer erneuten Festnahme tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden worden. Nach Angaben der Behörden nahm der 66-Jährige sich das Leben.

Der schwerreiche Investor, der mit bekannten Größen aus Politik und Gesellschaft wie den früheren Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump und Microsoft-Gründer Bill Gates verkehrte, soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. In den Missbrauchsskandal ist auch der britische Prinz Andrew verstrickt, ein langjähriger Freund von Maxwell.

fml

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