Dieses Geschwister-Duo mischt den Beachvolleyball auf

Alexandra Müller
·Lesedauer: 3 Min.

Anouk und Zoé Vergé-Dépré sind ein unzertrennliches Team - zumindest neben dem Feld.

Seit 22 Jahren geht das Geschwisterpaar gemeinsam durchs Leben und teilt sich dabei auch noch seine größte Leidenschaft: Beachvolleyball.

Die Freude am Volleyball wurde ihnen bereits durch ihre Eltern in die Wiege gelegt. Mutter und Vater haben selbst aktiv gespielt - in der höchsten Schweizer Liga wohlgemerkt - und arbeiten heute als Sportlehrer. Papa Jean-Charles betreut die Beiden außerdem als Athletik-Coach, ist immer nahe am Geschehen dabei.

Die Zeit zu Hause im Kreise der Familie kommt aber zumeist etwas kurz. Schuld ist die viele Reiserei. "Ich sehe das aber nicht nur als Nachteil, weil man die Zeit zu Hause viel bewusster erlebt und genießt", erklärte Anouk.

Ein weiterer Vorteil: Durch das viele Reisen seien beide rasch selbstständig geworden. Außerdem lernen die Vergé-Déprés eigenen Angaben zufolge ihre Heimat in der Schweiz somit sehr zu schätzen - weil man erst im Ausland realisiere, dass es einem an nichts mangelt.

Heidrich/Vergé-Depré siegen in Düsseldord

Bemerkenswert indes: Während die Schwestern privat stets zusammenhalten, machen sie im Sand normalerweise keine gemeinsame Sache.

Anouk spielt an der Seite von Joana Heidrich und kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Sie ist U21-Weltmeisterin 2012, wurde bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio Neunte und sahnte mehrfach Medaillen auf der World Tour ab. Zudem ist die 28-Jährige mehrfache Schweizer Meisterin.

Zuletzt sicherte sie sich an der Seite von Landsfrau Heidrich den Sieg bei der ersten Etappe der "Road to Timmendorfer Strand" (Alle Turniere LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM). Im Finale bezwang das Duo als Gastspielerinnen das deutsche Top-Team Laura Ludwig und Margareta Kozuch - und das souverän mit 2:0.

Zoé springt für Heidrich ein

Zoé stand bislang noch nicht derart im Fokus wie ihre sechs Jahre ältere Schwester, bewegt sich jedoch mit Esmée Böbner schon länger erfolgreich auf Sand. Kurios aber: Zoés bestes Resultat war der neunte Platz bei der Beachvolleyball-EM 2018 - den sie ausgerechnet mit Anouk einheimste, indem sie kurzfristig für die verletzte Heidrich einsprang.

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"Man hat mich bestimmt schon 100-mal gefragt, ob oder wann es einmal zu einem Einsatz mit meiner Schwester kommen würde. Dass dies nun so schnell gegangen ist, hätte ich nie gedacht", sagte die Bernerin mit karibischen Wurzeln damals.

Das erste gemeinsame Auflaufen war denn auch ungewohnt: "Du kennst die Person neben dir privat so gut, aber auf dem Platz gar nicht."

Mit dem Sister-Act war es das aber vorerst einmal.

Anouk träumt von Medaille

Jetzt greifen beide wieder mit ihren gewohnten Partnerinnen an. Anouk hat es sich dabei als großes Ziel gesetzt, demnächst um die Medaillen an einer WM oder den Olympischen Spielen zu kämpfen.

Auch Zoé will sich technisch, physisch und spielerisch weiter verbessern, um sich ihren großen Traum zu erfüllen: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 in Paris.

Auf die Unterstützung ihrer großen Schwester kann die 22-Jährige dabei immer bauen. "Ich helfe Zoé natürlich gerne weiter, wenn sie irgendeinen Rat braucht, versuche aber, mich nicht aufzudrängen. Wenn sie etwas will, holt sie es selber bei mir ab", so Anouk.

Bevor das Geschwister-Duo die großen Ziele zu verwirklichen versucht, stehen zunächst aber noch kleinere Etappen an.

Bei der "Road to Timmendorfer Strand" darf Zoé mit Partnerin Böbner im Feld der Topteams ran. Es bleibt abzuwarten, ob ihr - genau wie Schwester Anouk - der große Coup in Düsseldorf gelingt.