Nach geschmacklosem Anne-Frank-Vergleich: Auch Oliver Pocher entsetzt über elfjährige "Querdenkerin"

teleschau
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Auf einer "Querdenken"-Demonstration verglich sich eine Elfjährige mit dem von Nazis ermordeten jüdischen Mädchen Anne Frank - weil sie ihren Geburtstag nur heimlich habe feiern können. Im Netz avancierte der Auftritt zum Aufregerthema, auch Comedian Oliver Pocher platzte der Kragen.

Dass sich die Bundesregierung bei sogenannten "Querdenker"-Demonstrationen aufgrund verhängter Corona-Maßnahmen im wieder Diktatur-Vergleiche anhören muss, ist nicht neu. Für Comedian Oliver Pocher wurde vor Kurzem jedoch eine andere rote Linie überschritten. In Karlsruhe beschrieb eine Elfjährige auf einer Demonstration, dass sie nur heimlich mit ihren Freunden Geburtstag feiern durfte - und verglich bei ihrem Auftritt diese Situation mit den Leiden von Anne Frank. Auf Instagram (ab Video-Minute 12:51) zeigte sich Pocher empört: "Ich mache nicht mal dir den Vorwurf, liebe Elfjährige, sondern deinen Eltern. Das ist so ziemlich das Dümmste, was ich seit Langem gehört habe."

Angesichts dieses geschmacklosen Vergleichs, sah sich der 42-Jährige in der Pflicht, Nachhilfe in Geschichte zu geben. Nachdem er seinen Followern das Video mit den Aussagen des Mädchens bei "Querdenken" vorspielte, machte er deutlich, dass Anne Frank Jüdin gewesen sei und in Amsterdam in Angst Leben musste, nicht von den Nazis entdeckt und in ein KZ gebracht zu werden. Schließlich wurde sie doch im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet. "Niemand wird dich in ein KZ stecken, wenn du deinen Geburtstag nicht feiern kannst", so Pocher mit deutlichen Worten in Richtung der jungen "Querdenkerin". "Dass du einen Anne-Frank-Vergleich ranziehst, ist so ziemlich das Unangenehmste und Lächerlichste, was dir deine Eltern je geschrieben haben", machte der Moderator der RTL-Show "Pocher - gefährlich ehrlich!" seinem Ärger Luft.

"Greta Thunberg von 'Querdenken"

Aktuell sei es einfach nicht erlaubt, aufgrund der Corona-Pandemie wie gewohnt Geburtstage zu feiern. Der Comedian stellte noch einmal klar: "Wir leben in keiner Diktatur", und er ergänzte: "Ja, das ist traurig, aber du wirst noch genug Geburtstage haben, an denen du feiern kannst." Anne Frank hingegen hätte ganz andere Probleme gehabt, so der Comedian. Abschließend hatte ein sichtlich aufgebrachter Oliver Pocher noch einen Filmtipp für die Elfjährige parat: "Schaue dir vorher lieber den Film an, bevor du das nächste Mal so einen dümmlichen Vergleich auf so einer beschissenen Demo zum Besten gibst." Die letzte Verfilmung von "Das Tagebuch der Anne Frank" stammt aus dem Jahr 2016. Damals übernahm Hans Steinbichler die Regie.

Bereits zu Beginn seines Instagram-Videos zog der Comedian allerdings selbst einen gewagten Vergleich: Angesichts dessen, dass besagtes Mädchen bereits mehrfach auf "Querdenken"-Demos gesprochen hatte, bezeichnete er es als "Greta Thunberg von 'Querdenken".