Geschmacklos oder Gleichberechtigung? Warum Kuchen in Form einer Vulva ein gutes Zeichen ist

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Ein britischer Onlineshop bietet Weihnachtsküchlein in Form einer Vulva an. Auf den ersten Blick geradezu erschreckend. Aber: warum eigentlich?

Seien wir ehrlich: Männliche Geschlechtsteile sind fester Bestandteil diverser Spaßgeschenke. Da prangen die Penisse auf Tassen, T-Shirts, Pantoffeln oder auf dem Duftbaum (den Beweis gibt’s auf Google unter dem Suchbegriff “Spaßgeschenke Penis”) - und die meisten finden das weder anstößig, noch seltsam, sondern eben - richtig - einfach nur witzig.

Im Sinne der Gleichberechtigung sind die Macher des britischen Onlineshops Fudgeina also grundsätzlich erst mal auf der richtigen Seite – wenngleich ihre Kreationen, allen voran das Weihnachtsküchlein mit Christmas Pudding-Geschmack, vielleicht ein klein wenig gewöhnungsbedürftig sind.

Unglaublich: Hierbei handelt es sich nicht um eine Gurke

Das cremige Fudge, das eine ähnliche Konsistenz wie Toffee hat, enthält vegane dunkle Schokolade, ist mit “Schnee-Guss“ überzogen und wird auf Wunsch auch mit Kondom oder drei extra-weihnachtlichen Icings in Rot, Grün und Schwarz geliefert, falls der Käufer dem Kuchen noch festliche Deko verleihen will.

Der Preis von rund 14 Euro ist ambitioniert

Dieses “Vajazzle“, wie die Extra-Deko von Fudgeina genannt wird, bezeichnet auch das Verzieren des Venushügels mit Schmucksteinchen oder ähnlichem. Man sieht: Die Kreateure haben sich also wirklich Gedanken gemacht, die Vulva-Törtchen lebensnah und für jedes Bedürfnis zu gestalten. Ein Preis ab 12 Pfund, also rund 14 Euro, zuzüglich Versandkosten, scheint zwar ambitioniert - wer jedoch schon einen Freund oder eine Freundin als Fudgeina-Fan ins Auge gefasst hat, wird sich von diesem Preis nicht abschrecken lassen.

Ganz so ernst nehmen die Macher von Fudgeina, die auch Vulva-Kuchen mit Vanille-, Erdbeer- und Schokogeschmack verkaufen, ihre Kreation sowieso selbst nicht, wie man auf der Website erkennen kann.

Ups: Bei dieser Hochzeitstorte liegen Vorstellung und Realität weit auseinander

Unter den häufig gestellten Fragen finden sich Beispiele wie “Ist das wirklich eine Vagina?“ und die entsprechende Antwort: “Anatomisch gesehen ist es eine Vulva. Aber wir sind nicht witzig oder klug genug, um an einen Namen zu denken, der das beinhaltet. Wir fanden die klangliche Ähnlichkeit zwischen Vagina und Fudgeina einfach witzig, also haben wir uns daran gemacht!“ Oder auch die Frage danach, ob sich das Törtchen auch “anderweitig“ verwenden lässt – darauf antworten die Fudgeina-Macher: “Wir würden es nicht empfehlen, aber wenn Sie geschützt sind, werden wir Sie nicht verurteilen. Bitte versuchen Sie allerdings nicht, es später zurückzugeben.“

Verkauft werden die Fudgeinas außerhalb der Weihnachtssaison übrigens häufig anlässlich von Junggesell(inn)enabschieden. Was uns zurück zur Ausgangsfrage “Geschmacklos oder Gleichberechtigung?“ bringt: Denn darüber, wie sehr sich der oder die Beschenkte tatsächlich über das Törtchen freuen wird, lässt sich sicher streiten. Doch das steht bei den zahlreichen Geschenkartikeln in Penisform sicher auch nicht an erster Stelle. Dafür sieht man einfach zu wenige Penis-Shirt-Besitzer mit stolzgeschwellter Brust in der Öffentlichkeit...

Die gleichnamigen Törtchen sind online über fudgeina.com erhältlich.

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