Geschichte: Kunstsammler erklärt singend Stadtgeschichte

Schüler erkunden Gründerzeithauses an der Palmstraße - Besichtigung am Tag des...

Als die 21 Schüler mit Lehrerin Jelena Cezanne am Freitag den Hinterhof des Gründerzeithauses an der Palmstraße betraten, hatte Kunstsammler Michael Josuweck eine Überraschung für sie parat. Er begann plötzlich zu singen. "Ich wor ne stolze Römer, kom met Cäsars Legion", stimmte Josuweck "Stammbaum"-Lied von den Bläck Fööss an. Dabei deutete er mit dem Finger auf das Stück Stadtmauer auf dem Hof. Der 88-Jährige zeigte der achten Klasse der katholischen Grundschule Großer Griechenmarkt den Hof und den Gewölbekeller seines Elternhauses. "Als die U-Bahn-Linie 5 neu gebaut wurde, habe ich die Arbeiter gefragt, ob ich ein Stück der alten Stadtmauer behalten darf. Die haben einmal die Römer gebaut", erklärte er. Doch die Steine im Hinterhof sind nicht das Einzige, was Josuwecks Sammlung zur Stadtgeschichte zu bieten hat. Im Gewölbekeller zeigte er der Klasse unter anderem Figuren aus Stein, die einst im Dom oder den Romanischen Kirchen zu sehen waren.

Steinfiguren aus dem Dom

Viele der Stücke habe er vom ehemaligen Dombaumeister bekommen. Sein Großvater sei bereits Sammler gewesen, und Josuweck habe sich immer für Kunst- und Stadtgeschichte interessiert. Auch Bilder der Stadt vor und nach dem Zweiten Weltkrieg hängen an den Wänden des Kellers. "In diesem Keller habe ich die Bombenangriffe auf Köln miterlebt", sagte er und führte einige Schüler durch den erhaltenen Bunker.

Das Haus an der Palmstraße ist 1883 gebaut worden und mehr als 100 Jahre im Besitz der Familie. Der Keller diente lange Zeit nur als Kartoffellager, bis ihn die Familie ab 1978 renovierte. "Wir haben jeden einzelnen Stein abgeschliffen und neu angemalt", sagte Josuweck.

Seit einigen Jahren bietet der Kölner nun schon Führungen durch den Keller an. Am Freitag zeigte er jedoch zum ersten Mal einer Schulklasse die Räumlichkeiten. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, gibt es stündliche Besichtigungen durch den Gewölbekeller....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta