Geschichte: Deutzer Kastellfest zeigt das Leben in Spätantike und frühem Mittelalter

Das Fest findet zum siebten Mal statt.

Vorsichtig schneidet Tobias Berkau die Pastinaken Wurzeln in kleine Stücke. Zusammen mit Mettwurst, Erbsen, Möhren und Pilzen brutzeln die Rüben später im Kupferkessel über offenem Feuer.

„Das wird eine schmackhafte Gemüsesuppe“, sagt Berkau. Der Fürst des Germanenstammes der „Sugambrer“ ist Mitglied bei der Interessengemeinschaft Altertum, einem historischen Verein, der sich mit der Geschichte germanischer Volksstämme beschäftigt.

Beim Deutzer Kastellfest zeigte die zwölfköpfige Gruppe aus Essen in ihrem Lager auf der historischen Ost-Wiese am Landeshaus des LVR an der Urbanstraße, wie in der Spätantike und im frühen Mittelalter gelebt und gearbeitet wurde.

Zum siebten Mal hatte der Förderverein Historischer Park Deutz (FHPD) zu dem Geschichts- Kultur- und Veedelsfest auf das Gelände des ehemaligen spätrömischen Kastells „Divitia“ (310-315 n.Chr.) eingeladen.

Kastell diente als Vorposten gegen Germanen

Zu Zeiten Kaiser Konstantins diente die grabenumwehrte Anlage als Vorposten gegen die Germanen. In ihr wird heute die Keimzelle der bis 1888 selbstständigen Stadt Deutz und des heutigen rechtsrheinischen Stadtteils gesehen. Ein durchaus passender Ort zum Feiern, findet deshalb Sascha Ringling vom Vorstand des Fördervereins. „Mit dem Kastellfest wollen wir auf die spannende und mehr als 1700-jährige Geschichte von Deutz aufmerksam machen“, sagte er.

Viele geschichtsinteressierte Besucher nahmen während des Festes an seinen kulturhistorischen Führungen zum römischen Osttor des Kastells und dem archäologischen Bereich des neuen Rheinboulevards teil. Andere Gäste ließen sich von Mitgliedern der IG Chors I Praetoria in die Römerzeit entführen. Während der Verein Terra Coloniensis das Leben im Köln des Jahres 1200 n. Chr. anhand einer mittelalterlichen Modenschau darzustellen versuchte, präsentierte sich die Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V. mit einer preußischen Schreibstube und einer Feldküche.

Drei Tage lang lockt das Kastellfest

Eröffnet wurde das dreitägige Kastellfest, das erstmalig unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Henriette Reker stand, bereits am Freitagabend mit einem Konzert in Alt St. Heribert. Während des Festes sorgte ein abwechslungsreiches Bühnen- und Rahmenprogramm für spannende Unterhaltung.

Mit dem Erlös des Festes will der FHPD finanziell das Römisch-Germanische Museum bei den geplanten Sanierungs- und Konservierungsmaßnahmen des Osttores unterstützen, kündigte Sascha Ringling an. Der Verein hatte vor vier Jahren die Patenschaft über die Mauern des Osttores übernommen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta