Geschäft mit der Angst - so profitieren Sie! (Teil 1)

Thomas Bergmann
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Hebel-Depot: Ein Kampf gegen das Minus

Bis Ende Januar war an der Börse in Frankfurt alles in bester Ordnung. Zwar stiegen die Kurse nicht ins Uferlose wie an der Wall Street, doch es reichte immerhin für ein neues Allzeithoch. Doch just als der DAX die Marke von 13.600 Punkten überwinden wollte, brachen die deutschen Blue Chips urplötzlich ein. Aus Angst vor stark steigenden Zinsen in den USA suchten die Anleger auf einmal das Weite und drückten den DAX um mehr als zehn Prozent nach unten.

Höhere Volatilität ...

In dieser heißen Phase schoss auch die implizite Volatilität (IV) nach oben. Diese spiegelt die erwarteten künftigen Kursausschläge des Basiswerts wider und geht in die Kurse der an den Terminbörsen gehandelten Optionen ein. In der Spitze notierte die IV bei 40 Prozent und damit dreimal so hoch wie noch Mitte Januar. In der Zwischenzeit hat sich der VDAX-New, der die IV im DAX misst, beruhigt, doch mit 16,68 Prozent liegt er noch immer 13 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Die höhere Volatilität macht sich auch im Pricing der börsengehandelten Discount-Zertifikate bemerkbar. Es gilt: Je höher die IV, umso besser sind die Konditionen für den Anleger.

... höhere Renditechance

Dies wiederum hängt mit deren Kon­struktion zusammen. Mit dem Kauf eines Discounters erwerben Anleger einerseits den gewünschten Basiswert (zum Beispiel eine Aktie, einen Index, eine Währung) und verkaufen andererseits auf diesen gleichzeitig eine Call-Option. Basispreis und Ausübungstag der Option entsprechen dabei Cap und Bewertungstag des Zertifikats.

Bei einer hohen IV ist die Call-Option entsprechend teurer und der Anleger vereinnahmt bei deren Verkauf eine höhere Optionsprämie. Das hat zur Folge, dass der Discount größer ist und damit ceteris paribus die Renditechance. Notiert nun der Basiswert am Bewertungstag oberhalb des Cap des Zertifikats, so liegt die Option im Geld und wird ausgeübt (unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses). Der Inhaber des Discount-Zertifikats liefert den Basiswert und erhält den Höchstbetrag als Kaufpreis. Entspricht dagegen der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag dem Basispreis der Option oder liegt er darunter, so wird diese nicht ausgeübt. Der Stillhalter behält dann den Basiswert. Die Optionsprämie hat er aber in beiden Fällen bereits über den Discount vereinnahmt.

Inliner: Vorsicht, Barrieren!

Eine höhere IV begünstigt auch den Einstieg in einen Inline-Optionsschein. Durch die stärkeren Kursschwankungen steigt die Gefahr, dass eine der beiden Barrieren berührt und damit das Produkt wertlos ausgeknockt wird. Das Produkt kostet folglich weniger und bietet daher bessere Gewinnchancen als in ruhigen Handelszeiten.

DER AKTIONÄR stellt nun über Ostern eine Auswahl an Discount-Zertifikaten und Inline-Optionsscheinen vor, die zurzeit mit starken Konditionen glänzen. Teil 1 ist ein Trivago Discount-Zertifikat ...

Das Vergleichsportal für Hotels ist erst seit Ende 2016 an der Börse und alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Zwar stieg der Börsenkurs zunächst von elf auf 24 Dollar, doch mittlerweile ist der Glanz vergangener Tage abgebröckelt. Gewinnwarnungen, ein harter Wettbewerb, eine drohende Aktionärsklage sowie der starke Euro sorgten für einen Kurseinbruch um zwischenzeitlich 75 Prozent.

Um den Abwärtstrend zu stoppen, will Trivago-Chef Rolf Schrömgens die Abhängigkeit von nur zwei Anbietergruppen (Expedia, Booking) auf dem eigenen Werbemarktplatz reduzieren. Beide kamen Ende 2017 auf zusammen 70 Prozent. Das ist zu viel, bemängeln die Analysten. Es sollte aber weniger werden, auch weil Trivago mehr Hotels direkt auf den Bietermarktplatz holt und den Wettbewerb damit wieder anheizt. Denn von dem lebt der Hotelvergleich. Ferner soll künstliche Intelligenz helfen, maßgeschneiderte Angebote zu generieren. Dafür haben die Düsseldorfer vor einigen Monaten das deutsche Reise-Start-up Tripl zugekauft.

Das Gros der Analysten sieht das Schlimmste überstanden und den fairen Wert für Trivago bei acht Dollar. Das wäre mehr als genug, um mit dem Discounter der HypoVereinsbank (aktueller Kurs: 3,75 Euro) den Maximalbetrag von 5,50 Dollar einzuheimsen. Der Abstand zum Cap beträgt damit stattliche 19 Prozent. Im Gegenzug besteht die Chance auf 19 Prozent Gewinn.