Germany's Next Topmodel - Irgendjemand muss die "Gucci-Gang" bremsen!

Mit “Germany’s Next Topmodel” geht es bergab? Nein, nein, nicht bergab, sondern den Container runter! (Bild: ProSieben / Micah Smith)

Peinlichste Szene: Als Sally, Victoria und Zoe erklären, sie seien die “Gucci-Gang”.
Werbung vs. Sendezeit: 35 Minuten Spots auf 135 Minuten Sendung. Heißt im Umkehrschluss: Ohne Werbung könnte man jeden Donnerstag schon um 22 Uhr ins Bett! Nur mal so als Anregung für ProSieben, gerade an Wochentagen ist Schlaf elementar.
Unbeantwortete Fragen: Warum wurden Nike-Swoosh und -Schriftzug auf dem Pullover einer Kandidatin verpixelt? Das aber so schlecht, dass man trotzdem alles erkennen konnte?
Lebensweisheit: “Aus dem Bett kann man nicht rausfallen. Außer man ist dumm.” – Sally
Wer ist raus? Shari und Abigail. Die beide Stress mit Victoria hatten. Ob es da einen Zusammenhang gibt?!

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Wenn man noch genießbare Lebensmittel aus dem Müll rettet, nennt man das ja “Containern”. Und sieh an, bei Topmodel steht tatsächlich etwas ganz Ähnliches auf dem Plan: Container und ganz viel Müll, ja, sogar ein Tomate-Mozarella-Salat, den man dringend retten müsste! Aber schön der Reihe nach. Die Kandidatinnen sollen einen Container senkrecht herab laufen, so will es Heidi Klum. Die Schwerkraft aber will etwas anderes, weshalb die allermeisten Models einfach nur unkoordiniert mit ihren Beinen in der Luft stochern.

Und während Heidi Klum sehr laut etwas von “Körperspannung” brüllt, hört man von den Kandidatinnen eigentlich nur “Oh Gott”. Aber es ist nun mal Action-Woche, sagt Klum, und Action bedeutet in ihrem Paralleluniversum eigentlich immer: Höhe. Da ist die Container-Nummer mit 20 Metern fast noch moderat. Beim Shooting geht es immerhin schon 50 Meter nach oben auf ein Dach, über dessen Kante die Models sich auch noch lehnen sollen. Nichts für Menschen, die an ihrem Leben hängen.

Die Regieanweisungen und fröhlichen Smalltalk-Versuche von Klum helfen auch nicht gerade dabei, eventuelle Höhenängste abzubauen. “Komm vom Gerüst weg!” – “Hast du schon mal nach unten geschaut? Hahaha.” – “Wenn zehn das Schlimmste ist, wie schlimm ist es dann?” Manchmal wäre es doch ganz gut, wenn Klum alle Aufgaben selbst ausprobieren müsste, so, wie ein guter Sportlehrer in der Schule auch alles vormacht. Das würde die Quote ihrer überflüssigen Wortmeldungen sicherlich senken.

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Andererseits gehört halbfieses Gebrabbel vielleicht auch einfach zum Berufsbild Model. Denn das machen in dieser Staffel wirklich ALLE. Die “Gucci-Gang” ganz besonders. Die jüngst gebildete Allianz aus Sally, Zoe und Victoria sagt sehr oft in die Kamera, wem sie was nicht gönnt und warum das so ist. Shari zum Beispiel ist “ein extrem anstrengender Mensch”, findet Victoria, deshalb möge doch bitte sie ausscheiden. Als es wirklich so kommt und Shari geht, schlägt sie Victorias Umarmung aus – was Victoria sehr nervt. Man müsse sich ja nicht in den letzten fünf Minuten noch wie ein Arschloch benehmen.

Das stimmt. Obwohl: Lieber fünf Arschlochminuten als Gemeinheiten in Dauerschleife. Denn was die “Gucci-Gang” als pure Ehrlichkeit verkauft, ist eigentlich bloß blöde Lästerei und Wortabfall. Der die Leute zum Teil hart trifft! Abigail weint sogar, weil sie es nicht erträgt, ständig angegriffen zu werden. Die “Gucci-Gang” hält sie für “falsch”. Unter anderem deshalb, weil Sally etwas mitangehört hat, was Abigail gesagt hat. Nämlich, dass sie Toni und Julianna den Job der Woche (ein Werbespot für einen Online-Shop) nicht gönnt. Bloß: Das hat Abigail nie gesagt, im Gegenteil, sie erklärt, wie sehr sie es den beiden gönnt.

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Sind das nun harmlose Zickereien unter jungen Mädchen und Frauen? Zickereien: ja. Harmlos? Nein. Hier sieht man mal am konkreten Beispiel, wie Mobbing entsteht und wie schnell sich das verselbstständigt. Das Interessante dabei ist, dass Sally ganz gut selbst einschätzen kann, wie doof es ist, wenn man von anderen gemein angegangen wird. Immerhin schreit Pia sie gefühlt eine halbe Stunde beim Abendessen an. Dabei hackt sie dermaßen aggressiv auf ihren Tomate-Mozarella-Salat mit der Gabel ein, dass man wirklich Mitleid bekommt. Mit dem Salat und mit Sally.

Sally steht auf dem Container. Und sie ist neuerdings Gang-Mitglied! Was sie nicht unbedingt netter erscheinen lässt (Bild: ProSieben / Micah Smith)

Und was lernen wir aus dem ganzen Gezicke? Dass es wirklich manchmal besser ist, einfach gar nichts zu verstehen. So wie Bruna, die erst seit zwei Jahren in Deutschland lebt und die Sprache noch nicht hundertprozentig beherrscht. Okay, beim Foto-Shooting ist es natürlich ätzend, die Anweisungen des Fotografen nicht zu kapieren. Und auch die Hinweise des Kunden beim Casting sind ihr deshalb entgangen. Aber wenn die “Gucci-Gang” ihr zu nahe kommt, ist Bruna auf jeden Fall gewappnet. Besser als mit Ohropax.

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