Germanwings bietet Gewerkschaft UFO kurz vor angedrohtem Streik Schlichtung an

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Kurz vor dem angedrohten Streik der Flugbegleitergewerkschaft UFO hat Germanwings dem Tarifpartner eine Schlichtung in allen offenen Tarifthemen vorgeschlagen. "Damit signalisieren wir erneut unseren festen Willen, Germanwings-Mitarbeitern schnellstmöglich klare Perspektiven für das Jahr 2020 und darüber hinaus zu geben", erklärte Germanwings-Geschäftsführer Francesco Sciortino am Samstag in Köln. Dafür seien aber "die Bereitschaft der UFO und schnelle Lösungen am Tariftisch" nötig - "keine UFO-Streiks zwischen Weihnachten und Silvester".

Die Lufthansa-Tochter Germanwings absolviert ihre Flüge im Auftrag der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Eurowings. Mit 30 von insgesamt 140 Eurowings-Flugzeugen bestreitet Germanwings nach eigenen Angaben gut 20 Prozent des Eurowings-Flugbetriebs.

UFO hatte am Freitag einen dreitägigen Streik bei Germanwings zum Jahreswechsel angekündigt. Gestreikt werden soll von Montag 00.00 Uhr bis Mittwoch 24.00 Uhr. An den Streiktagen soll ein Sonderflugplan gelten.

Hinter dem Arbeitskampf von UFO steht ein erbitterter Streit zwischen der Flugbegleitergewerkschaft und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von UFO für das Kabinenpersonal an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt. Die Streiks hält er daher für rechtswidrig. Nach Angaben von UFO geht es um Gehaltserhöhungen, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen bei den Lufthansa-Töchtern.

Germanwings erklärte sich verbunden mit der Schlichtung bereit, auch für den aktuellen Streikgrund der UFO, die Einführung des sogenannten Tarifvertrags Teilzeit analog Lufthansa, eine "kurzfristige Lösung" zu finden. Dafür biete Germanwings den Teilzeit-Tarifvertrag der Lufthansa "vollumfänglich und mit sofortiger Wirkung" an.

Teilzeit sei schon seit vielen Jahren gelebte Praxis im Unternehmen, erklärte Germanwings. Das Unternehmen biete mehr als 30 verschiedene Teilzeit-Modelle an. 2019 konnten demnach für die rund 800 Flugbegleiter nahezu alle Teilzeit-Wünsche realisiert werden. Lediglich für elf Mitarbeiter konnte deren bevorzugter Wunsch nach Teilzeit aus operationellen Gründen nicht gewährt werden. Für diese Einzelfälle einen dreitägigen Streik vom Zaun zu brechen sei unverhältnismäßig, kritisierte Sciortino.

Der Germanwings-Geschäftsführer rief UFO zum Einlenken auf. "Wollen wir wirklich leidenschaftliche Service-Mitarbeiter zwischen Weihnachten und Neujahr mit der Frage belasten, ob sie ihre Fluggäste in einer ganz wichtigen Ferienphase einfach stehen lassen?", fragte Sciortino. Schließlich seien weite Teile der Belegschaft "fassungslos" über diesen Streikaufruf.