Gerichtsmediziner bestätigen Suizid von Linkin-Park-Sänger Bennington

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Verstorbener Linkin-Park Sänger Chester Bennington

Linkin-Park-Sänger Chester Bennington ist nach Angaben der Gerichtsmediziner durch Suizid aus dem Leben geschieden. Der 41-Jährige habe sich in seinem Haus in Los Angeles erhängt, ein Angestellter habe ihn dort gefunden, teilte ein Sprecher der Gerichtsmedizin der US-Westküstenmetropole am Freitag (Ortszeit) mit. Freunde verwiesen auf die Querverbindungen zum Suizid des Musikerkollegen Chris Cornell, der sich im Mai erhängt hatte. Die Tournee der US-Band wurde abgesagt.

Bennington wurde am Donnerstag tot in seinem Haus in Los Angeles aufgefunden, die Rechtsmediziner gingen früh von einem "möglichen Suizid" aus. Den Suizid beging der sechsfache Vater Bennington an jenem Tag, an dem sein Freund Cornell 53 Jahre alt geworden wäre. Bei der Beisetzung Cornells hatte Bennington Leonard Cohens Klassiker "Hallelujah" gesungen.

Der Gitarrist und Songwriter von Linkin Park, Mike Shinoda, sagte, Bennington habe bei einem Soundcheck für die bevorstehende Tournee die Selbstbeherrschung verloren. "Chester kam nicht mehr durch den Song", sagte Shinoda. "Als er die Hälfte geschafft hatte, geriet er aus der Fassung." Bennington hatte nach dem Tod Cornells gesagt, der Soundgarden-Frontmann habe ihn "in vielerlei Hinsicht so sehr inspiriert, dass man es sich gar nicht vorstellen kann".

Bereits in seiner Jugend hatte Bennington nach eigenen Angaben begonnen, Alkohol zu trinken und harte Drogen zu nehmen. Vor einigen Jahren machte Bennington öffentlich, dass er während seiner Kindheit von einem Freund seiner Eltern vergewaltigt wurde, zum ersten Mal im Alter von sieben Jahren. Der Missbrauch habe sein "Selbstvertrauen zerstört", sagte der Sänger 2014 der britischen Musikseite Team Rock.

Der Band-Name Linkin Park ist der Überlieferung zufolge eine Verballhornung des Lincoln Parks in Santa Monica. Nach den ersten Nachrichten vom Tod Benningtons bildete sich eine Bürgerinitiative, die die Umbenennung des Parks in Linkin Park forderte. "Die Musik von Linkin Park hat vielen aus meiner Generation, die sich entfremdet fühlten, dabei geholfen, ihre Stimme und ihre Kraft wiederzufinden", sagte Sarah Rose, die die Initiative anführt.

In der kommenden Woche sollte die neue Tour der Band starten. Geplant war unter anderem ein Auftritt im New Yorker Citi-Field-Baseballstadion mit Bands wie Blink-182 und dem Wu-Tang Clan. Der Veranstalter Live Nation sagte die Konzerte ab und stellte eine Rückerstattung der Kosten für die Tickets in Aussicht.

Das im Jahr 2000 erschienene Debütalbum von Linkin Park, "Hybrid Theory", wurde allein in den USA mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Titel wie "In the End" und "Crawling" wurden zu Hits. Auch in Deutschland fuhr die Band immer wieder Chart-Erfolge ein, unter anderem mit dem Stück "Numb/Encore", das die Musiker gemeinsam mit dem US-Rapper Jay-Z aufnahmen.