Gericht: Temelin-Betreiber muss Akten nicht herausgeben

dpa-AFX

BRÜNN/TEMELIN (dpa-AFX) - Umweltaktivisten haben vor dem tschechischen Verfassungsgericht eine Niederlage gegen den Atombetreiber CEZ hinnehmen müssen. Sie hatten die Herausgabe technischer Daten zu den im umstrittenen Kernkraftwerk Temelin verwendeten Brennelementen eingefordert. Der Energiekonzern unterliege nicht dem Gesetz über Informationsfreiheit, entschieden die Verfassungsrichter mit Sitz in Brünn (Brno), wie am Mittwoch bekanntwurde.

Demnach spielt es keine Rolle, dass das Unternehmen zu knapp 70 Prozent im staatlichen Besitz ist. Frühere Urteile zugunsten der Bürgervereinigung "In der Havariezone von Temelin" wurden damit aufgehoben.

Die Aktivisten hatten Zweifel an der Kompatibilität der verwendeten Brennelemente angemeldet. Umweltschützer kritisieren seit langem die Vermischung von russischer und später nachgerüsteter US-amerikanischer Technik in dem Kraftwerk, das von 1987 bis zum Vollbetrieb 2006 gebaut wurde. Temelin ist nur rund 60 Kilometer von der deutschen und österreichischen Grenze entfernt.

Die deutsche Bürgerinitiative "Stoppt Temelin" der Grünen-Politikerin Brigitte Artmann fordert die Abschaltung des Meilers und die Überprüfung der Schweißnähte am Reaktor auf ihre Sicherheit. Mehr als 78 000 Unterstützer haben inzwischen eine entsprechende Online-Petition unterzeichnet.