Gericht: Solardach darf den Nachbarn nicht blenden

Ein Grundstückseigentümer muss massive Blendeffekte durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Nachbarhauses nicht hinnehmen. Auch wenn der Gesetzgeber Photovoltaikanlagen fördere, dürften diese nicht ohne Rücksicht auf die Belange der Nachbarschaft errichtet werden, urteilte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf in einer am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Az. I-9 U 35/17)

Kläger im vorliegenden Fall war ein Grundstückseigentümer, der wegen des stark blendenden Sonnenlichts vom Nachbardach die Nutzungsmöglichkeiten seines Grundstückes erheblich beeinträchtigt sah. Der OVG-Senat folgte der Argumentation des Mannes: Wie ein gerichtlich bestellter Sachverständiger bestätigt habe, träten an mehr als 130 Tagen im Jahr auf dem Grundstück "erhebliche Blendwirkungen" auf.

Diese erstreckten sich zeitweise über die gesamte Grundstücksbreite und dauerten bis zu zwei Stunden am Tag an. Diese Beeinträchtigung müsse der Kläger nicht dulden. Die gesetzgeberische Wertentscheidung zu Gunsten der Förderung von Photovoltaikanlagen, wie sie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum Ausdruck komme, führe zu keiner grundsätzlichen Duldungspflicht.

Dem Urteil zufolge muss der Nachbar mit der reflektierenden Photovoltaikanlage nun die Blendungen durch geeignete Maßnahmen reduzieren.