Gericht in London erklärt Boris Becker für bankrott

Etappensieg für Boris Becker: Der frühere Tennis-Weltstar muss Darlehen über 36,5 Millionen Euro vorerst nicht zurückzahlen

Der frühere Tennis-Weltstar Boris Becker ist von einem Konkursgericht in der britischen Hauptstadt London für zahlungsunfähig erklärt worden. Richterin Christine Derrett lehnte am Mittwoch ein Gesuch der Anwälte Beckers ab, eine Rückzahlung von mehreren Millionen Euro um weitere vier Wochen aufzuschieben. Becker schuldet das Geld dem privaten Bankhaus Arbuthnot, Latham und Co.

Beckers Anwalt John Briggs hatte argumentiert, es gebe ausreichend Beweise dafür, dass der dreimalige Wimbledon-Sieger die Verbindlichkeiten bald begleichen könne. Nach seinen Angaben könnte Becker durch Refinanzierungen unter anderem seines Anwesens auf Mallorca sechs Millionen Euro aufbringen. Ein Bankrott wirke sich zudem ungünstig auf das "Image" Beckers aus, sagte sein Anwalt.

Die Richterin erwiderte, daran hätte Becker "schon vor langer Zeit" denken sollen, zumal die Schuld schon seit 2015 bestehe. Man habe den Eindruck, dass Becker "den Kopf in den Sand" stecke, sagte die Richterin. Sein Anwalt räumte ein, Becker sei "keine Person, die in Finanzfragen sehr bewandert ist".

Im Jahr 2002 hatte das Landgericht München den früheren Tennis-Star wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 500.000 Euro verurteilt.