Gericht lehnt vorzeitige Haftentlassung von Kunsthändler Helge Achenbach ab

Helge Achenbach im März diesen Jahres

Der wegen Betrugs in Millionenhöhe verurteilte Kunsthändler Helge Achenbach bleibt auch weiterhin in Haft. Das Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf lehnt eine vorzeitige Freilassung zum jetzigen Zeitpunkt ab, wie es am Mittwoch erklärte. Die Richter hoben damit eine Entscheidung der Vorinstanz auf, die die Freilassung zunächst genehmigt hatte.

Achenbach war im März vergangenen Jahres vom Landgericht Essen zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, weil er beim Verkauf von Kunst und Oldtimern an den Aldi-Erben Berthold Albrecht überhöhte Preise abrechnete. Er kassierte demnach knapp 21 Millionen Euro zu viel. Albrecht war bereits 2012 gestorben.

Achenbach hatte nach Gerichtsangaben im Sommer 2017 die Hälfte seiner Strafe verbüßt, bereits ab diesem Zeitpunkt kann der Rest unter bestimmten Bedingungen zur Bewährung ausgesetzt werden. Dafür ist laut Strafgesetzbuch nötig, dass "besondere Umstände" etwa mit Blick auf die Persönlichkeit eines Täters und seine Entwicklung während des Strafvollzugs dies nahelegen.

Nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen OLG ist dies bei Achenbach nicht der Fall. Es widersprach damit der Meinung der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Kleve, das in erster Instanz die Entlassung zum 8. Dezember erlaubt hatte. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein.

Zur Begründung verwies das OLG Düsseldorf unter anderem auf die "von großer krimineller Energie und Gewinnstreben" geprägte Tat und den hohen Schaden. Achenbach habe bislang auch keine Bemühungen zur Wiedergutmachung des Schadens unternommen. Auch deshalb zweifelten die zuständigen Richter daran, dass er "ernsthaft an einer Schadensregulierung interessiert sei und das Unrecht seiner Taten eingesehen habe".