Gericht: Kölner Mieter demoliert Wohnung – Vermieter bleibt auf Schaden sitzen

Vermieter spricht von einem Sachschaden in Höhe von mehr als 25.000 Euro.

Abmontierte Wasserhähne, zerschlagene Fensterscheiben, herausgerissene Kupferleitungen, Löcher in Türen und im Laminatboden – was Hans Willi S. (67) vorfand, nachdem eine Familie aus seiner zwangsgeräumten Eigentumswohnung in Kalk ausgezogen war, verschlug ihm die Sprache. Er ging zur Polizei.

Am Freitag hat das Amtsgericht den ehemaligen Hauptmieter wegen Sachbeschädigung zu 2400 Euro Geldstrafe verurteilt, mittels eines Strafbefehls, weil der 30-Jährige nicht zum Prozess erschienen war. Nachdem er bereits am ersten Verhandlungstermin unentschuldigt fehlte, sollte er nun von der Polizei vorgeführt werden, doch die Beamten trafen ihn an seiner neuen Wohnadresse nicht an.

Sachschaden von mehr als 25.000 Euro

Hans Willi S., der von einem Sachschaden in Höhe von mehr als 25.000 Euro spricht, zeigte sich mit der Entscheidung des Gerichts unzufrieden: „Das ist nicht in Ordnung. Der Mann gehört eingebuchtet, so lange, bis er mit Tütenkleben den Schaden ersetzt hat.“

Knapp vier Jahre wohnte der Angeklagte zusammen mit seiner Lebensgefährtin und drei Kindern in der Wohnung im Parterre des Hauses in der Bertramstraße. Die Warmmiete für die 90 Quadratmeter – Gartennutzung eingeschlossen – betrug 920 Euro. Die zahlte das Jobcenter, weil das Paar Hartz IV bezog. Als sich die Verhältnisse änderten, übernahm die Behörde nur noch einen Teil der Miete. Den Rest blieb der Angeklagte schuldig, schließlich zahlte er gar nichts mehr. Hans Willi S. kündigte den Mietvertrag.

Mieter hat Wohnung verwahrlosen lassen

Die Mieter hatten die Wohnung nicht nur extrem verwahrlosen lassen, wovon allein die Müllberge zeugten, sondern legten es offenbar auch darauf an, sie zu verwüsten, nahmen mit, was nicht niet- und nagelfest war.

Allein die Kosten der Entrümpelung sollen mehrere Tausend Euro betragen haben. Die Lebensgefährtin des Angeklagten hat bereits einen Strafbefehl erhalten, in dem sie aufgefordert wird, 800 Euro zu zahlen. Anscheinend hat Hans Willi S. überhaupt kein Glück mit der Vermietung.

Nachdem die Wohnung wieder in Stand gesetzt war, vermietete er sie erneut. Am Freitag klagte er am Rande des Prozesses, schon wieder blieben die Mietzahlungen aus. Der Verlust summiere sich im nächsten Monat auf rund 8500 Euro. (cs)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta