Gericht: Gastschulaufenthalt bei Familie auf US-Militärbasis geht in Ordnung

Das Landgericht Düsseldorf kann an einem Gastschulaufenthalt bei einer in den USA auf einer Militärbasis lebenden Familie nichts Verwerfliches finden. Solch eine Familie könne einer geeigneten Gastfamilie "mittlerer Art und Güte" entsprechen, entschied das Gericht in einem am Montag verkündeten Urteil, das allerdings noch nicht rechtskräftig ist. Demnach haben klagende Eltern keinen Anspruch auf volle Rückzahlung der Reisepreises für ihren Sohn. (Az. 22 O 2/17)

Der klagende Vater hatte bei einer Vermittlungsagentur für Gastschulaufenthalte ein Gastschuljahr für seinen Sohn in den USA zum Preis von mehr als 13.000 Euro gebucht. Dann erfuhr er, dass dort bis 1990 Atomwaffen gelagert wurden, es später einen Amoklauf und einen Flugzeugabsturz gab und der Zutritt zu der Militärbasis nur mit einem Berechtigungsausweis möglich ist.

Das Gericht wies seine Klage gleichwohl ab, weil die dem Gastschüler vermittelte Gastfamilie "vertragsgerecht" gewesen sei. Dass die Gastmutter als Mitarbeiterin der Krankenhausverwaltung Militärangehörige ist und Uniform trägt, mache die Familie nicht als Gastfamilie ungeeignet. Zudem seien die mehr als 20 Jahre zurückliegende Lagerung von Atomwaffen, der Amoklauf und der Flugzeugabsturz keine Indizien dafür, dass das Leben auf dieser Militärbasis besonders gefährlich sei.