Gericht erlaubt Auslieferung von Leoz in die USA für FIFA-Prozess

SID
Gericht erlaubt Auslieferung von Leoz in die USA für FIFA-Prozess

Der ehemalige südamerikanische Fußball-Funktionär Nicolas Leoz darf für den derzeit in New York stattfindenden FIFA-Prozess in die USA ausgeliefert werden. Das entschied am Donnerstag ein Gericht in Paraguay. Leoz ist im US-Verfahren wegen angeblicher Bestechung und Geldwäsche angeklagt. Wie Richter Humberto Otazu mitteilte, hängt seine Entscheidung noch von einem medizinischen Gutachten ab, das Gesundheit und Transportfähigkeit des 89-Jährigen beurteilen soll.
Leoz' Anwalt Ricardo Preda sagte der Nachrichtenagentur AFP in der vergangenen Woche, dass sein Mandant gesundheitlich angeschlagen sei und rund um die Uhr Pflege benötige. Preda teilte weiterhin mit, er würde gegen eine mögliche Entscheidung zur Auslieferung Berufung einlegen.
Leoz ist einer der Hauptverdächtigen in dem Prozess rund um den Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband FIFA und steht derzeit in Asuncion unter Hausarrest. Der Prozess gegen die früheren Verbandsbosse Jose Maria Marin (Brasilien), Juan Angel Napout (Paraguay) und Manuel Burga (Peru) unter anderem wegen Betrugs, Verschwörung und Geldwäsche läuft seit Montag.
Der erste Zeuge Alejandro Burzaco, früher Chef einer argentinischen Sportmarketingfirma (Torneos y Competencias), hatte am Mittwoch dem ehemaligen CONMEBOL-Präsidenten Leoz, Ricardo Teixeira (ebenfalls im US-Verfahren angeklagt) und Julio Grondona (2014 verstorben) schwere Vorwürfe gemacht. Das Trio soll unter anderem bei Abstimmungen über die Austragung von Weltmeisterschaften in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
Insgesamt richtet sich die US-Anklageschrift gegen 42 frühere Offizielle und Manager. Es geht um knapp 100 Verbrechen und ein Gesamtvolumen von 200 Millionen Dollar.