Gericht: Auto ist schon nach sechs Wochen und 3300 Kilometern kein Neuwagen mehr

Holt ein Rechtsanwalt seine Post mit dem Auto bei einer Filiale in der Fußgängerzone ab, handelt es sich dabei nicht um Lieferverkehr. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Köln

Ein Auto ist bereits sechs Wochen nach seiner Zulassung und 3300 gefahrenen Kilometern kein Neuwagen mehr. Das Oberlandesgericht Hamm wies in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss die Forderung eines Unternehmens an eine Versicherung zurück, nach einem Verkehrsunfall die Schadensregulierung für einen Firmen-Porsche auf Neuwagenbasis vorzunehmen. (Az. 9 U 5/18)

Die Firma hatte unter anderem ins Feld geführt, dass der 92.400 Euro teure Wagen zum Unfallzeitpunkt abzüglich einer Überführungsfahrt noch keine 3000 Kilometer zurückgelegt hatte. Auch müsse der nur sechs Wochen vor dem Unfall zugelassene Sportwagen als hochwertiges Fahrzeug wegen der heutigen technischen Entwicklung länger als Neufahrzeug eingestuft werden, als dies früher üblich gewesen sei.

Dem folgte das Gericht nicht. Vielmehr sei auch im Fall des Porsches die höchstrichterliche Rechtsprechung anzuwenden, wonach ein Anspruch auf Neuwagenentschädigung in der Regel nur bei einer Fahrleistung von höchstens 1000 Kilometern und einer Erstzulassung vor maximal einem Monat in Betracht komme.

Auch bei Berücksichtigung der weiteren technischen Entwicklung sei der Firmenwagen im vorliegenden Fall nicht mehr als Neuwagen anzusehen gewesen, befanden die Richter. Das bestätigten die Verhältnisse auf dem Markt für sehr junge Gebrauchtwagen beziehungsweise Autos mit Tageszulassung im hochpreisigen Fahrzeugsegment.