Die gerechte Strafe für drei Jahre Stümpern

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Die gerechte Strafe für drei Jahre Stümpern
Die gerechte Strafe für drei Jahre Stümpern

Kurz zu den Fakten: Die deutsche Nationalmannschaft erlebt mit dem Achtelfinal-Aus gegen England die schlechteste EM-Teilnahme seit 2004. Von vier Turnierspielen gewann Deutschland ein einziges: Überzeugen konnte die Mannschaft alleine beim Sieg über Portugal.

Das 0:2 gegen England am Dienstagabend im Wembley-Stadion: die gerechte Strafe für drei Jahre Stümpern beim DFB. Vom Bundestrainer bis zur Führungsspitze: Niemand hat Entscheidendes aus der WM-Blamage von 2018 gelernt und der wichtigsten Mannschaft des Landes eine Richtung gegeben.

An Warnsignalen hat es nie gemangelt. Das 0:6 gegen Spanien, das 1:2 gegen Nordmazedonien und zuletzt das 2:2 gegen Ungarn, davor die traurigen Auftritte in der Nations League, die faden Erklärungen des Bundestrainers in der Krisenbewältigung, das Hin und Her bei Thomas Müller und Mats Hummels.

DFB-Präsidium lieber mit sich beschäftigt

Doch niemand fühlte sich beim DFB verantwortlich, Ordnung und Leitlinien vorzugeben. Die Präsidentendarsteller von Reinhard Grindel über Fritz Keller bis Rainer Koch jetzt waren lieber mit sich und dem Machterhalt beschäftigt als mit dem Wohl des deutschen Fußballs. (Stimmen zum deutschen EM-Aus)

Die Pandemie ist keine Ausrede. Auch andere Nationen hatten Probleme. Dass Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal ebenfalls kläglich ausgeschieden sind, darf nicht zum Alibi werden. Für deren Versagen sind wir nicht zuständig, wir sollten bei der Ursachenforschung auf uns schauen.

Standfußball mit nur zwei großen Torchancen ist für eine Mannschaft, die ein halbes Dutzend Champions-League-Sieger aufstellen kann, einfach zu wenig. Man kann natürlich immer ein Spiel verlieren. Aber in diesem Fall hat man das Unglück kommen sehen.

Löw hat alle Signale ignoriert

Bundestrainer Joachim Löw hat alle Signale ignoriert, dass eine Fünferkette vermutlich Stabilität gibt, aber jede Kreativität beim Angriffsspiel nimmt. Joshua Kimmich, Motor beim FC Bayern, hat er auf der rechten Seite verschenkt. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

Vorne im Sturm: keiner, der Tore garantiert. Die Achse: hilflos bei der Spielgestaltung. Die Abwehr: sieben Gegentore in vier Spielen - das sagt alles. Erfrischende Perspektiven wollte Löw nicht. Stefan Kuntz, zweimal mit den U21-Junioren Europameister, gehörte nicht zum Trainerstab wie einst Berti Vogts bei Franz Beckenbauer und saß analysierend im ARD-Studio. Warum eigentlich?

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So reiht sich ein Manko an das nächste und führt zu einem unnötigen wie bitteren 0:2 gegen England. Die handelnden Personen, vorneweg Nationalelfdirektor Oliver Bierhoff, werden nicht zum ersten Mal einen Neuanfang ausrufen, die Zeit drängt ja.

Bei der Heim-EM 2024 in drei Jahren darf man sich kein neues Fiasko erlauben. Es wird Rücktritte geben, neue Versprechen. Löw-Nachfolger Hansi Flick wird die größten Schäden bei der Mannschaft reparieren. Reicht das? Gegen England haben wir mehr als ein Spiel verloren. Vielleicht sogar den Glauben an uns selbst.

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