George Russell verrät: Starts sind eine Schwachstelle von Williams

Maria Reyer
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George Russell konnte in der Formel-1-Saison 2020 im Williams vor allem mit herausragenden Qualifying-Leistungen aufzeigen. Der Brite schaffte es im FW43 neunmal in das zweite Segment. Die Lorbeeren seiner hart erarbeiteten Startplätze im vorderen Mittelfeld konnte er aufgrund schwacher Starts allerdings kaum ernten.

"Leider konnten wir daraus nicht sehr oft Kapital schlagen aufgrund der Starts", schildert der Brite. Wo liegt der Fehler begraben? Russell erklärt, dass er mit zwei verschiedenen Problemen zu Rennbeginn zu kämpfen hatte. "Entweder lasse ich die Kupplung los, das Auto fährt aber einfach nicht weg und ich bleibe stehen."

Oder: "Ich lasse die Kupplung los und bekomme direkt durchdrehende Räder, dann komme ich aber ebenfalls schlecht weg. Das ist ein unglaublich schmaler Grat." Russell erklärt, dass nur ein oder zwei Millimeter Unterschied in der Einstellung des Kupplungshebels große Auswirkungen haben können.

"Wir müssen verstehen, warum unser Auto so sensibel ist. Das ist in Mugello passiert und in Budapest." Außerdem kam er im ersten Bahrain-Rennen nicht recht vom Startplatz weg. "Das waren Schlüsselrennen, wo wir auf guten Startpositionen standen."

An dieser Schwäche will Russell mit dem britischen Traditionsteam über den Winter arbeiten. Er geht 2021 bereits in seine dritte Saison mit Williams. Nach seinem kurzen Intermezzo bei Mercedes wird er wieder Vollzeit für das Hinterbänklerteam fahren.

In der abgelaufenen Saison konnte er nicht nur durch sein Gastspiel im Weltmeisterboliden aufzeigen, sondern sich als Teamleader etablieren. Das sei jedoch kein einfacher Weg gewesen, gibt Russell zu. "Nach jedem Rennen habe ich mich wohler gefühlt, das Team anzuleiten, in welche Richtung wir gehen sollen."

Viel Druck laste auf den Schultern aller bei Williams. "Ich fühle mich nun selbstbewusster und habe eine ehrliche, gute und vertrauensvolle Beziehung mit allen im Team." Schließlich sei er abhängig von seinen Ingenieuren, gleichermaßen ist das Team von seinem Feedback abhängig, weiß Russell.

Wie ernst er seine Aufgabe nimmt, konnte man in der Unterbrechung des ersten Bahrain-Rennens nach dem fürchterlichen Feuerunfall von Romain Grosjean sehen. "Ich habe viel Zeit damit zugebracht, die Daten zu studieren, damit wir unseren Start verbessern."

Rund 30 Minuten sei er mit dem Headset herumgelaufen und habe gemeinsam mit Ingenieuren in der Fabrik beraten. "Wir haben uns Videos angesehen, was ich machen kann in der Einführungsrunde, um mehr Temperatur in den Reifen zu bekommen. Das hat sich bezahlt gemacht, denn der zweite Start war gut."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.