George Russell: Nach Imola der nächste unangenehme Fehler ...

Ruben Zimmermann
·Lesedauer: 3 Min.

George Russell genießt im Formel-1-Paddock ein hohes Ansehen. "Ohne Zweifel hat er das Potenzial, ein zukünftiger Weltmeister zu werden", lobte ihn zum Beispiel kürzlich erst Rekordchampion Lewis Hamilton persönlich. Doch die beiden vergangenen Rennen in Imola und Istanbul verliefen für den 22-jährigen Williams-Piloten nicht nach Plan.

In Imola crashte er hinter dem Safety-Car, und auch im Rennen in Istanbul unterlief ihm ein ähnlicher Fehler - oder besser gesagt davor. Bereits vor dem Rennstart krachte er mit seinem Williams in die Boxenmauer. "So wenig Grip habe ich in einem Formel-1-Auto noch nie erlebt - vielleicht noch nie in meinem Leben", erklärt Russell den Unfall.

"Ich fuhr in die Box, lenkte bei niedriger Geschwindigkeit ein, fuhr aber einfach geradeaus", berichtet er und erklärt: "Ich machte mir keine großen Sorgen, weil ich so langsam die Mauer berührte, dass ich wusste, dass die Jungs das wieder hinbekommen würden." Zudem war sowieso bereits vorher geplant, aus der Boxengasse zu starten.

Russell macht Bedingungen für Unfall verantwortlich

Deshalb blieb der Unfall dieses Mal - im Gegensatz zu Imola - mehr oder weniger folgenlos. "Es hat die Pirelli-Reifen an diesem Wochenende ganz gut zusammengefasst. In der Formel 1 geht es normalerweise um Millisekunden und Zehntel, nicht um Sekunden. Ich denke, so ein Wochenende hat vorher noch nie jemand erlebt", so Russell.

Sportlich war es für ihn und Williams ohnehin wieder einmal kein erfolgreiches Wochenende. Dabei lief es nach dem Start aus der Boxengasse zunächst sogar ganz gut. "Beim Start auf den Inters haben wir gezockt", erklärt Russell, der auf dem restlichen Feld, das auf Regenreifen unterwegs war, aus der Box auf Intermediates hinterherfuhr.

"Es war in den ersten drei oder vier Runden schwierig, aber als die Bedingungen trockener wurden, wurde es Runde für Runde immer besser und besser", berichtet er und erklärt: "Ehrlich gesagt fühlte ich mich auch ziemlich wohl. Ich hatte die Reifen in einem guten Fenster." Das änderte sich allerdings nach einem Manöver von Lando Norris.

Rennen nach Norris-Manöver gelaufen

"Er wollte mich in der letzten Kurve überholen und drückte mich etwas raus. Das war okay, das ist Teil des Racings. Aber da wurden die Reifen ziemlich nass. Ich war sehr langsam, verlor die Temperatur [in den Reifen] und bekam sie nicht mehr zurück", so Russell, der anschließend zum Boxenstopp kam, aber auch die neuen Reifen nicht ins richtige Fenster bekam.

Letztendlich beendete er das Rennen auf dem 16. und vorletzten Platz. Auf seine ersten WM-Punkte wartet er damit auch nach 35 Formel-1-Rennen weiterhin. Immerhin bleiben ihm die lobenden Worte von Hamilton und Co. "Natürlich freue ich mich über solche Kommentare", verrät Russell. Trotzdem wisse er, dass er auf der Strecke abliefern müsse.

"Ich habe immer versucht, mir solche Kommentare nicht zu sehr zu Kopf steigen zu lassen", verrät er und erklärt, dass sie für ihn deswegen nur "Hintergrundgeräusche" seien. Den größten Druck mache er sich sowieso selbst. Auch deshalb wird er darauf hoffen, in Bahrain endlich wieder ein fehlerfreies Wochenende abzuliefern.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.