Reschke-Appell nach dem Schock um Gentner

Koen Casteels traf Christian Gentner beim Herauslaufen mit dem Knie im Gesicht und verletzte den VfB-Kapitän schwer

Michael Reschke hofft nach der schweren Verletzung von VfB Stuttgarts Kapitän Christian Gentner auf ein Umdenken bei den Torhütern.

"Diese Situation wird nachhaltig sein", sagte der Sportvorstand des VfB in der SWR-Sendung "Sport im Dritten" am Sonntagabend: "Ich glaube, dass Casteels im nächsten Spiel nicht mehr so eine Aktion haben wird und dass auch viele andere Bundesligatorhüter überlegen werden, wie sie in Zukunft rauslaufen, zumindest nicht in dieser letzten Aggressivität."

Reschke: Spielweise bei Torhütern beobachten

Man müsse "die Spielweise mit dem Knie voraus bei Torhütern mal grundsätzlich beobachten", wurde Reschke in der Süddeutschen Zeitung zitiert, "auch wenn das jahrelang so praktiziert wurde."

Gentner hatte bei einem Zusammenprall mit Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels Brüche des unteren und seitlichen Augenhöhlenbodens, des Nasenbeins und des Oberkiefers erlitten. 


Casteels wirkte am Samstag nach dem Spiel betroffen von der schweren Verletzung Gentners, räumte aber ein: "Wenn das Foul ist, muss man die ganze Jugendausbildung umstellen, ab fünf, sechs Jahren." Schon da werde Torhütern beigebracht, "dass du das linke Knie mitnimmst, wenn du mit rechts hochgehst, 99 Prozent der Torhüter machen das so", sagte Casteels.

Gentner auf dem Weg der Besserung

Gentner gehe es derweil laut Reschke "den Umständen entsprechend gut". "Er ist auf dem Weg der Besserung", sagte der 59-Jährige im SWR.

Er habe mit Gentner im Krankenhaus "gesimst", sagte Reschke weiter. Man sei so verblieben, "dass er jetzt selbst den Takt bestimmt, wann er wieder erzählen und sprechen kann". Gentners Frau Vera sowie die Brüder Thomas und Michael kümmerten sich um ihn.