Genfer Filmfestival zeichnet Spielfilm "Oblivion Verses" aus

Das Internationale Filmfestival und Forum für Menschenrechte in Genf zeichnet auch Spielfilme aus, in denen es um Menschenrechte geht.

Grand Prix für “Oblivion Verses

Mit dem Grand Prix für den besten Spielfilm wurde Oblivion Verses des iranischen Regisseurs Alireza Khatami ausgezeichnet. Juan Margallo spielt im Film einen Friedhofsverwalter. Nach gewaltsamen Protesten in der nahegelegenen Stadt findet er den Körper einer unbekannten jungen Frau. Er ruft Erinnerungen an persönliche Verluste wach, und er begibt sich auf eine magische Odyssee, um der Toten eine ordentliche Bestattung zu ermöglichen. Inspieriert wurde der Regisseur von den Soldaten, die im Krieg zwischen Iran und Irak spurlos verschwanden.

Alireza Khatami sagt: “Es ist eine universelle Geschichte, denn jeder kann etwas mit dem Konzept von Verlust anfangen, ungeachtet seiner Herkunft. Jeder versteht, wie schhmerzhaft es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren.”

“The Cleaners” – Aufräumen im Netz

Die Auszeichnung für “Frieden und Versöhnung” der Barbara-Hendricks-Stiftung ging an den Dokumentarfilm “The Cleaners” der deutschen Filmemacher Moritz Riesewieck und Hans Block.

Der Film schaut hinter die Kulissen des Internets und zeigt eine Schattenwelt im digitalen Zeitalter: Denjenigen, die im Netz “aufräumen”. Wer kontrolliert, was wir sehen? Wie bereinigen bekannte Online-Plattformen Gewalt, Pornografie und politisch brisante Inhalte?

Moritz Riesewieck erklärt: “Diese Öffentlichkeit wird alles andere als demokratisch organisiert, das heisst wer oder was dort vorkommen darf entscheidet nicht die Mehrheit, entscheidet nicht ein Parlament oder Institutionen wie in der demokratisch analogen Welt, sondern entscheidet ein kleiner Kreis von Leuten im Silikon Valley und sourcen dann die Verantwortung aus an junge Filipinos aus, das zu kontrollieren.”

Preis der Jugendjury

Der Preis der Jugendjury ging an den Film The Distant Barking of Dogs des dänischen Regisseurs Simon Lereng Wilmont.

Die Doku begleitet einen 10-jährigen Waisenjungen in der Ost-Ukraine, der unweit der Front zwischen ukrainischem Militär und pro-russischen Rebellen bei seiner Großmutter aufwächst. Poetisch zeigt der Film die Auswirkungen von Krieg auf Kinder. Der Film wurde bereits beim International Documentary Film Festival in Amsterdam und beim Thessaloniki Documentary Festival ausgezeichnet.

Mehr als 35.000 Besucher waren zu Gast auf dem Internationalen Filmfestival und Forum für Menschenrechte in Genf.