Genervt bis amüsiert - so treibt Bayern das Alaba-Theater um

Maximilian Lotz
·Lesedauer: 3 Min.

Der große Regenschirm schützte Hansi Flick vor dem strömenden Regen in Salzburg - die Fragen nach David Alaba prasselten dennoch auf ihn ein.

Und der Trainer des FC Bayern reagierte zunehmend genervter.

"Sie können mir jetzt auch noch fünf Fragen stellen. Dann ist mir das auch egal, dann werde ich immer noch das gleiche antworten", sagte Flick bei Sky.

Salihamidzic geht von Alaba-Abschied aus

Unmittelbar vor dem fulminanten 6:2-Erfolg der Bayern beim FC Salzburg hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic neue Details zu den letztlich gescheiterten Vertragsverhandlungen mit Alaba genannt. Einen Verbleib des Österreichers über dessen Vertragsende im Sommer hinaus schloss Salihamidzic dabei aus.

Zwar gelte die Devise "Sag niemals nie", erklärte Salihamidzic, "aber ich weiß nicht, wie wir noch mal zusammenfinden sollen. Wir haben ein Angebot vorgelegt, das wurde abgelehnt und jetzt müssen wir uns natürlich auch damit beschäftigen, dass uns David verlassen wird."

Bayern-Trainer Flick "will dazu nichts sagen"

Heißt also: Flick verliert zur kommenden Saison seinen Abwehrchef, für dessen Verbleib er bis zuletzt noch intensiv geworben hatte. Als der Bayern-Coach mit Salihamidzics Aussagen konfrontiert wurde, entgegnete er schmallippig: "Ich habe das Interview von Hasan nicht gehört und deswegen will ich dazu nichts sagen."

Zugleich verwies Flick auf seine Aussagen auf der Pressekonferenz am Montag. "Ich bin alles andere als glücklich, dass wir uns mit diesem Thema - in einer Woche in der wir zwei schwere Spiele gegen Salzburg und Dortmund haben - beschäftigen müssen", hatte er am Montag betont.

Auch die Mannschaft treibt das Theater um Alaba um, spätestens seit Bayern-Präsident Herbert Hainer am Sonntag im BR-Fernsehen den Rückzug des Angebots verkündet hatte.

"Es ist Thema, aber er und wir konzentrieren uns aufs Wesentliche. Er hat ein super Spiel gemacht, wir stehen alle hinter ihm", erklärte Alabas Abwehrkollege Jérôme Boateng.

Leroy Sané verfolgt die Causa Alaba laut eigener Aussage "nicht so sehr, ich konzentriere mich auf die Mannschaft. David macht das auch - er ist ein super Junge. Das ist eine Sache zwischen ihm und dem Verein. David bringt hier immer wieder gute Leistungen und er fokussiert sich auf uns und das Team."

Müller amüsiert: "Schön, wenn es ein bisschen knistert"

Auch Thomas Müller stärkte Alaba: "Er bringt seine Leistung und lässt sich davon überhaupt nicht beeinflussen. Entsprechend ist er für die Truppe ganz wichtig, das hat er auch heute gezeigt."

Alles zur Champions League am Mittwoch ab 20.15 Uhr im Fantalk LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM

Zugleich zeigte sich der Stürmer von dem ganzen Theater auch etwas amüsiert.

"Wir wollen ja auch, dass sich was rührt, das meint man zumindest manchmal", sagte Müller. "Es ist auch schön, wenn es ein bisschen knistert. Ich kann es ja verstehen, wenn Sie gerne darüber berichten, ich habe das früher auch gerne gelesen, als es noch hieß: 'FC Hollywood'. Da waren wir live dabei."

Flick fordert "Ruhe in der Mannschaft"

Die mögliche Gefahr, dass das Sportliche unter solchen Nebengeräuschen leidet, erstickten die Bayern mit dem späten Torrausch in Salzburg im Keim. Doch gänzlich gebannt scheint sie nicht.

Schließlich mahnte Flick vor dem Kracher bei Borussia Dortmund die Konzentration aufs Wesentliche an: "Mir ist es wichtig, dass wir Ruhe in der Mannschaft haben - wir haben am Samstag ein wichtiges Spiel in Dortmund. Alles andere ist für mich kein Thema." (Bundesliga: Borussia Dortmund - FC Bayern, Samstag ab 18.30 Uhr im LIVETICKER)

Das Theater dürfte die Bayern dennoch in den nächsten Tagen und Wochen weiter begleiten.