Generation Loser: Wie Deutschlands Millennials verarmen

Marco Fieber

4000 Teile am Tag. Fünf Tage in der Woche. Immer die gleiche Handbewegung.

Während meiner Schulzeit arbeitete ich in einer Fabrik, um mein Taschengeld aufzubessern – für etwas mehr als fünf Euro die Stunde.

15 Jahre später ist zwar die Bezahlung besser geworden. Aber das Geld gefühlt nicht viel mehr. Ein Großteil meines Einkommens geht jeden Monat direkt für Miete und laufende Kosten drauf. Das Leben in der teuersten Stadt Deutschlands – München – frisst zuverlässig den Betrag, der übrig bleibt. Beim Blick auf den Rentenbescheid wird mir unwohl.

► Ich lebe von der Hand in den Mund. Genau wie sehr viele meiner Freunde. Dabei geht es mir noch gut.

Ich muss mich nicht von einem befristeten Job zum nächsten hangeln. Ich muss nicht mehr in einer WG wohnen.

Wir sind die Millennials, die Generation der zwischen 1980 und 2000 Geborenen. Wir sind die Generation, die zumindest gefühlt nicht für ihren Einsatz in der Schule, in der Uni und im Job belohnt wird – anders als unsere Eltern und Großeltern. Wir sind erste Generation seit 1945, der es schlechter als unseren Eltern gehen wird. 

Statt einem eigenen Haus zur Mitte unseres Lebens winken uns Unsicherheiten: beim Einkommen, den Jobs, der Altersvorsorge

Doch wie ist diese dramatische Situation zu erklären? Und warum trifft es besonders die Millennials?

Das sind die Antworten: 

1. Wie dramatisch ist die Situation?

In der Bundesrepublik machen Millennials 39 Prozent aller Arbeitskräfte aus – das ist ein höherer Anteil als in Großbritannien oder den USA. Ingesamt sind  hierzulande etwa zwölf Millionen Menschen zwischen 20 und 35 Jahre alt.

Ein Vergleich verschiedener Altersjahrgänge zeigt, dass das Armutsrisiko für junge Menschen drastisch zugenommen hat. 

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat dafür Zahlen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet. In der repräsentativen Erhebung werden seit 1984 jährlich 12.000 Privathaushalte in...

Weiterlesen auf HuffPost