Generali muss Rückzug aus den Niederlanden verdauen: Gewinn fällt

dpa-AFX

TRIEST (dpa-AFX) - Der italienische Versicherer Generali hat die Trennung von seiner niederländischen Tochter zu spüren bekommen. Im Zuge des Verkaufs musste der Konzern für Generali Nederland mehr als eine Viertelmilliarde Euro abschreiben. Angesichts dessen fiel der Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres um annähernd 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich knapp 1,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Triest mitteilte. Das war aber erwartet worden: Die Aktie fiel am Vormittag marginal.

Generali hatte die Trennung von seiner niederländischen Tochter und die erwartete Belastung im September bekanntgegeben: Das Geschäft habe kaum zum Ergebnis des Konzerns beigetragen, hieß es. Nur zwei Wochen später kündigte der Konzern einen Umbau des Vertriebs in Deutschland an und eine Überprüfung des Lebensversicherungsgeschäfts. In der Lebensversicherung garantieren Altverträge in der Regel eine hohe Verzinsung, was für die Versicherer in Zeiten niedriger Zinsen zu einem immer größeren Problem wird.

Der operative Gewinn sei stabil geblieben, rechnete der Allianz-Rivale für die ersten neun Monate des Jahres vor - trotz höherer Schäden aus Naturkatastrophen, die die Schaden-/Unfallsparte belasteten. Kostensenkungen hätten zu dem Abschneiden beigetragen, erläuterte Finanzchef Luigi Lubelli.

Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich zwar leicht auf 93 Prozent, blieb aber weit unter der kritischen 100-Prozent-Marke. Ab diesem Punkt wären die Aufwendungen nicht mehr durch die Einnahmen gedeckt. Die konzernweiten Prämieneinnahmen blieben insgesamt stabil bei 51,6 Milliarden Euro.