General Motors ist dabei, etwas Großes mit selbstfahrenden Autos zu machen

Motley Fool Investmentanalyst
General Motors

General Motors (WKN:A1C9CM) sagte, dass es am 30. November einen Webcast für Investoren geben wird, in dem das Unternehmen seine „Vision für eine autonome Zukunft“ teilen wird.

Nachdem ich GM jahrelang beobachtet habe, glaube ich, dass dies wahrscheinlich ein bedeutendes Ereignis sein wird. Ich denke, dass GM einige große Neuigkeiten zu verkünden hat, zum Beispiel wie und wann es damit beginnt, autonome Fahrzeuge auf den Markt zu bringen — mit mehr Details als bisher.

Ich weiß natürlich nicht genau, was mich erwartet. Aber in einer Präsentation für die Analysten der Wall Street letzte Woche ließ CEO Mary Barra einige Hinweise fallen, die ein ziemlich klares Bild davon geben, wie GM autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen wird — und einige verlockende Hinweise, wann dies geschehen soll.

GM ist der Serienproduktion von selbstfahrenden Autos sehr nahe

Die Quintessenz dessen, was Barra über autonome Fahrzeuge in den letzten Monaten gesagt hat, ist folgendes: GM kleckert nicht, GM klotzt. Das Unternehmen plant, in naher Zukunft viele selbstfahrende Fahrzeuge zu bauen — und es wird auch bald die Möglichkeit dazu haben. So hat Barra es letzte Woche ausgedrückt:

Elektrische selbstfahrende Autos werden Millionen von Menschenleben retten, und sie beschleunigen den Übergang zu einem nachhaltigen Einstieg in die Welt der Null-Emissionen erheblich — aber nur, wenn sie in großem Maßstab eingesetzt werden. Daher liegt unser Fokus bei der Zusammenarbeit mit der selbstfahrenden Tochtergesellschaft Cruise Automation darauf, sicherzustellen, dass wir in der Lage sind, selbstfahrende Autos schnell und im großen Stil auf den Markt zu bringen.

Barra erklärte, dass der Schlüssel zum Einsatz von selbstfahrenden Autos „für die Masse“ ein sicheres Selbstfahrsystem, ein dafür geeignetes Fahrzeug und die Fähigkeit, diese Fahrzeuge in großen Stückzahlen herzustellen, sei.

Im Juni produzierte GM 130 selbstfahrende Chevrolet Bolt EVs. Das war das erste Mal, dass selbstfahrende Autos in einer regulären Autofabrik in Serie produziert wurden.

GM hat das Fahrzeug. Cruise Automation hat sein Selbstfahrsystem so konzipiert, dass es gut in den Chevrolet Bolt EV, GMs bahnbrechendes Elektroauto mit großer Reichweite, integriert werden kann. Barra sagte, dass sich beim Bolt etwa 40 % der Teile von der selbstfahrenden Version unterscheiden würden — er könne aber auf der regulären Montagelinie des Bolts gebaut werden. Das heißt, GM kann die Fahrzeuge zu Tausenden herstellen, sobald die Lieferanten bereit sind.

Wann wird das sein? Das ist nicht klar, aber Barra betonte, dass viele der einzigartigen Teile im autonomen Bolt selbstproduzierte Teile seien. GM hat vor Kurzem ein Unternehmen namens Strobe erworben, das kleine, kostengünstige Lidar-Sensoren entwickelt hat; diese Lidar-Einheiten (Light Detection and Ranging) werden vermutlich schnell in den selbstfahrenden Bolt integriert — wenn sie es nicht schon sind.

Kurz gesagt: GM besitzt — mehr als jeder andere Konkurrent im Bereich selbstfahrende Fahrzeuge — wichtige Teile der Lieferkette für autonome Fahrzeuge, darunter das Fahrzeug selbst (und die Fabrik, die es herstellt), das selbstfahrende „Gehirn“ (entwickelt von Cruise) und den einen wichtigen Sensor für die Lidar-Einheiten. Das bedeutet, dass GM wahrscheinlich Tausende von selbstfahrenden Fahrzeugen herstellen kann, sobald die Software fertig ist.

Das ist ein Hinweis darauf, was uns GM nächste Woche mitteilen wird. GM nutzt eine schwierige urbane Umgebung, um sein selbstfahrendes System schneller zu „trainieren“, als es in einer Vorstadt möglich wäre.

Was GM mit all den selbstfahrenden Fahrzeugen machen wird

„Obwohl wir uns darauf konzentrieren, das Produkt zu bauen und das Produkt zu haben, weil es das komplexeste Problem ist, das es zu lösen gilt, und das es zuerst zu lösen gilt, bauen wir auch eine Kommerzialisierungsstrategie auf, die es uns ermöglicht, den maximalen Wert freizusetzen“, sagte Barra während ihrer Präsentation. „Wir glauben, dass dies eine Gelegenheit ist, am größten Geschäft seit der Gründung des Internets teilzunehmen, und wir glauben, dass GM in der Lage ist, diese Chance zu ergreifen.”

Aber was ist das für eine „Chance“, die Barra entschlossen ist, zu ergreifen? Es scheint sich um Taxidienste zu handeln. Es ist nicht klar, ob GM eine Partnerschaft mit Lyft eingehen wird, an der das Unternehmen beteiligt ist, oder ob es stattdessen über seine Carsharing-Tochtergesellschaft Maven einen eigenen Service starten wird.

Barra sagte, dass GM jede Menge Testkilometer in Städten, besonders in San Francisco sammle. Das ist etwas, womit sich die wichtigsten Konkurrenten wie Alphabets (WKN:A14Y6H) Waymo nicht wirklich beschäftigt haben. Barra sagte, dass ein Testfahrzeug in San Francisco in einer Minute „lernt“, wofür es in einer Vorstadtumgebung wie Scottsdale, Arizona (wo GM ebenfalls Tests durchführt) eine Stunde brauchen würde.

Das GM/Cruise-System wird als „Level 4“ angesehen, was bedeutet, dass es sich auf Gebiete beschränken wird, die sorgfältig kartiert wurden. Offensichtlich hat Cruise San Francisco an diesem Punkt gut kartiert, und wenn GM einen eigenen selbstfahrenden Fahrdienst einführt, wird es keine Überraschung sein, wenn er in dieser Stadt beginnt.

Aber interessanterweise bemerkte Barra, dass GM daran arbeite, andere Städte zu kartieren, und sagte: „Es wird sechs Monate oder weniger dauern, bis man in anderen Städten an den Start geht.”

Das Fazit: Die große Frage, die GM wahrscheinlich nächste Woche beantworten wird

Barra hat gesagt, dass GM seine selbstfahrenden Fahrzeuge in „Quartalen, nicht in Jahren“ auf den Markt bringen wird. Es scheint ziemlich klar zu sein, dass die ersten selbstfahrenden Bolts in den USA in den Dienst eines Taxiunternehmens gestellt werden, was in San Francisco beginnen soll. Es scheint auch klar zu sein, dass GM kurz davor steht, diese Autos in Serie zu produzieren.

Wann? Das ist die große Frage. Ich erwarte, dass dies die größte Neuigkeit sein wird, die aus der Präsentation der nächsten Woche hervorgehen wird.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A- und C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 22.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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