General Mills: Starke Dividende, schwache Zahlen, stabiles Geschäft – jetzt ein Kauf?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Das Coronavirus erteilt uns als Investoren so einige Lektionen. Eine davon kann beispielsweise sein, dass wir Investoren uns mehr auf defensive Klasse konzentrieren sollten. Der Lebensmittelbereich dürfte definitiv dazugehören, da immer gegessen und getrunken wird. In Zeiten des Coronavirus womöglich mehr denn je.

Eine Aktie aus diesem Bereich, die dabei besonders interessant werden könnte, ist die von General Mills (WKN: 853862). Eine besonders zuverlässige Dividende, schwache Zahlen, allerdings ein stabiles Geschäft bilden hier derzeit das Chance-Risiko-Verhältnis. Aber ist die Aktie jetzt ein Kauf?

Ein Blick ins Detail wird vermutlich einige Antworten liefern können. Lass uns daher im Folgenden einen Blick auf eben jene drei Aspekte der aktuellen Ausgangslage riskieren.

Schwaches Zahlenwerk

Ein erster und zugleich negativer Aspekt, der jetzt die Aktie von General Mills prägt, ist ein vergleichsweise durchwachsenes Zahlenwerk. Am 18. März dieses Jahres präsentierte der Konzern seine Zahlen für die ersten neun Monate. Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass es sich hierbei um ein abweichend verlaufendes Geschäftsjahr handelt.

Wie dem auch sei: Das Zahlenwerk ist dabei von einigen operativen Einbrüchen gekennzeichnet gewesen. So sind die Umsätze beispielsweise im letzten Quartal ein wenig eingebrochen, sowohl auf organischer als auch auf anorganischer Basis. Die Ergebnisse stagnierten hingegen weitgehend, wobei General Mills im Endeffekt ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,74 US-Dollar vorweisen konnte. Immerhin: Netto konnte sogar ein Ergebnisplus von 2 % auf 454 Mio. US-Dollar erzielt werden.

Nichtsdestotrotz ist und bleibt das ein eher gemixtes Zahlenwerk, wobei ausdrücklich das Coronavirus die Aussichten etwas eintrübt. Allerdings könnte es hier durchaus auch einige Chancen geben. Die Hamsterkäufer werden schließlich womöglich die Umsätze etwas ankurbeln.

Operative Stärke, intaktes Geschäftsmodell

Wie auch immer: Im Endeffekt fischen viele Investoren jetzt fürs Erste im Trüben, was die weiteren Aussichten von General Mills angeht. Ein weiterer Rückgang im operativen Zahlenwerk scheint dabei eben so wahrscheinlich wie auch Stagntion oder ein moderater Anstieg. Im Endeffekt werden wir abwarten müssen, welche Auswirkungen die Pandemie letztlich haben wird.

Was wir für den Moment jedoch festhalten können, ist, dass das operative Geschäft im Nahrungsmittelsegment weitgehend solide bleibt. Auch, weil die Lieferketten und die Versorgung des Unternehmens gesichert sind.

Wie das Management erst vor wenigen Tagen verkündete, verlaufen Produktion und Lieferketten effizient wie eh und je. Entsprechend scheint die Versorgung gesichert zu sein. Grundsätzlich eine stabile Ausgangslage. Insgesamt sollten Investoren dabei wohl auch nicht aus den Augen verlieren, dass General Mills über eine solide Perspektive verfügt.

Einerseits beginnt der Konzern schließlich gerade erst damit, auch in den Markt des Tierfutters einzusteigen. Andererseits hat sich zuletzt auch das Zahlenwerk auf Sicht des Geschäftsjahres 2019 bekrabbelt. Die Umsätze stiegen dabei 9 % auf währungsbereinigter Basis, das Ergebnis je Aktie um 4 % auf 3,22 US-Dollar. Ein Trend, der womöglich weiterhin anhält. Auch wenn das Coronavirus eine kurzfristige Belastung darstellen sollte.

Eine starke Dividende

Zu guter Letzt und für viele Investoren vermutlich nicht weniger wichtig stimmt außerdem die Dividende bei General Mills. Die Basics, dass der Konzern seit über 100 Jahren konsequent eine Dividende zahlt und diese seit über 20 Jahren inzwischen konstant hält, dürften viele Investoren wissen. Womöglich auch, dass diese in den letzten zwei Jahrzehnten vervierfacht worden ist.

Derzeit zahlt General Mills pro Quartal eine Dividende in Höhe von 0,49 US-Dollar, was bei einem aktuellen Kursniveau von 47,65 US-Dollar (25.03.2020, maßgeblich für alle Kurse) einer Dividendenrendite in Höhe von 4,11 % pro Jahr entspricht. Gemessen an Peers wie Nestlé ist ein solcher Wert grundsätzlich sehr interessant.

Die Aktie von General Mills könnte daher preiswert bewertet sein und stabile sowie wachsende Ausschüttungen ermöglichen. Jedenfalls beläuft sich das Ausschüttungsverhältnis hier gemessen an einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 3,22 US-Dollar auf 60,8 %, was ebenfalls noch moderat ist. Luft für weitere Erhöhungen ist damit durchaus vorhanden.

General Mills: Eine starke Aktie in der Korrektur?

Die Aktie von General Mills könnte daher eine interessante Option jetzt im Crash sein. Das Geschäftsmodell ist defensiv, die Lieferketten und die Produktion gesichert. Ja, ein schwaches Quartal mag jetzt etwas Sand in das Getriebe der Aufholjagd streuen. Das hat hier jedoch jetzt zu einer günstigeren Bewertung geführt.

Wem defensive Klasse, starke Dividenden und Zuverlässigkeit bei den Ausschüttungen wichtig sind, der kann hier jetzt womöglich einen näheren Blick riskieren. Allerdings existieren natürlich auch andere Chancen, die jetzt preiswerter gehandelt werden.

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Vincent besitzt Aktien von General Mills. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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