General Mills oder Nestlé? Diese Aktie ist nach Korrektur und Zahlen jetzt attraktiver!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die aktuelle Korrektur hat so manchen Krater in vielen Chartverläufen hinterlassen. Nicht bloß ganz Indizes sind dabei korrigiert. Nein, auch viele einzelne Aktien hat es dabei grundlegend erwischt.

Neben starken Zyklikern und anderen betroffenen Geschäftsmodellen sind es allerdings auch defensive Aktien und solide Dividendenzahler, die ordentlich korrigierten. Auch hier manchmal zu Recht in Anbetracht einer höheren Bewertung. Manchmal aber eben auch nicht.

Gemixt mit frischen Quartalszahlen, die im Rahmen der aktuellen Berichtssaison bekannt gegeben werden, führt das teilweise zu vollkommen neuen Ausgangslagen. Werfen wir in diesem Sinne heute einen Foolishen Blick auf die beiden defensiven Dividendenaktien General Mills (WKN: 853862) und Nestlé (WKN: A0Q4DC) und schauen einmal, welcher dieser Ausschütter Stand heute attraktiver ist.

General Mills: So sehen die neuen Konditionen aus!

Eine erste Aktie, bei der sich die historischen Rahmenbedingungen nicht verändert haben, ist die von General Mills. Noch immer gilt hier: Seit über 100 Jahren zahlen die US-Amerikaner stets eine Dividende an die Investoren aus. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wurde diese dabei zumindest nicht gekürzt, sondern immer konstant gehalten.

Insbesondere der aktuelle Kurssturz ist nicht an dieser Aktie vorbeigegangen. Derzeit beläuft sich das Kursniveau auf 54,30 US-Dollar (05.03.2020, maßgeblich für alle Kurse), wodurch die Aktie unterm Strich im mittleren einstelligen Prozentbereich korrigierte. Zugegeben, dadurch hat sich diese defensive Aktie eigentlich relativ solide behauptet.

Bei vierteljährlichen Auszahlungen von derzeit noch immer 0,49 US-Dollar und einer Gesamtdividende in Höhe von 1,96 US-Dollar pro Jahr ergibt sich dabei nunmehr eine Dividendenrendite von 3,60 %. Ein noch immer vergleichsweise hoher Wert für eine so solide defensive Dividendenaktie, das ist grundsätzlich sehr interessant.

Im letzten, abweichend verlaufenden Fiskaljahr 2019 kam General Mills außerdem auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 2,92 US-Dollar, wodurch sich das aktuelle Ausschüttungsverhältnis hier auf rund 67 % beläuft. In Anbetracht der vergleichsweise hohen Rendite für eine Lebensmitteldividendenaktie ein moderater Wert. Somit unterm Strich ein solider, vergleichsweise preiswerter Gesamtmix, der außerdem mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,6 abgerundet wird.

Nestlé: Der Blick auf frische Zahlen und Korrektur!

Eine zweite Aktie, an deren Zuverlässigkeit sich natürlich wenig verändert hat, ist die von Nestlé. Der Schweizer Lebensmittelkonzern erhöht seit über zwei Jahrzehnten stets jedes Jahr die eigene Ausschüttung moderat. Tatsächlich hat Nestlé mit seiner bereits verkündeten voraussichtlichen Dividendenerhöhung auf 2,70 Schweizer Franken einen weiteren Schritt in Richtung Dividendenaristokratie getan. Gemäß der Daten des Portals mydividends unter Berufung auf unternehmenseigene Angaben wäre das bereits die 25. jährliche Erhöhung in Folge. Gemäß der Daten von finanzen.net wäre das hingegen wohl die 24. Erhöhung in Folge.

Wie auch immer: Bei einem derzeitigen Aktienkursniveau von 105,05 Schweizer Franken käme Nestlé auf eine Dividendenrendite von 2,57 %, was im Vergleich wieder etwas höher ist. Das kann allerdings auch gut an der über 10%igen Dividendenerhöhung liegen, das sollten Investoren hier bedenken.

Bei einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 4,30 Schweizer Franken beläuft sich dabei das Ausschüttungsverhältnis auf 62,7 %, was ebenfalls wie ein moderater Wert aussieht. Nichtsdestotrotz ist hier die aktuelle Bewertung insgesamt vergleichsweise teurer, was sich auch in einem höheren Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24,4 widerspiegelt.

Der Foolishe Schlussstrich

Es ist grundsätzlich natürlich immer schwierig, einen solchen Vergleich anhand der historischen Zahlen zu tätigen. Allerdings recht häufig sehr aufschlussreich, wobei man als Investor natürlich die weitere Wachstumsperspektive noch berücksichtigen sollte.

Unter diesen Prämissen würde ich allerdings eher zur Dividende von General Mills tendieren. Historisch zuverlässig sind beide Aktien, die US-Amerikaner bieten jedoch insgesamt einfach die günstigere Bewertung. In den aktuellen Korrekturzeiten womöglich ein größerer Sicherheitspuffer, der nach unten abfedern könnte.

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Vincent besitzt Aktien von General Mills. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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