General Electric will sich gesundschrumpfen

Der US-Mischkonzern General Electric verordnet sich eine Schrumpfkur

Der angeschlagene US-Konzern General Electric (GE) hat sich eine drastische Schrumpfkur verordnet. Tausende Stellen sollen gestrichen und mehrere große Unternehmensteile abgestoßen werden, wie GE am Montag mitteilte. Die bisherige Komplexität der Konzernstruktur "schadet uns", erklärte der neue Unternehmenschef John Flannery. GE werde künftig "simpler" strukturiert und "fokussierter" sein. Auch wird die Dividende erstmals seit 2009 gekürzt.

Der Mischkonzern will sich künftig auf die Bereiche Luftfahrt, Gesundheit und Energie konzentrieren. Teile des Verkehrs- sowie auch des Strombereichs sollen verkauft werden. Auch will sich GE graduell aus dem Öldienstleister Baker Hughes zurückziehen, bei dem der Konzern fast zwei Drittel der Anteile hält. Genauere Angaben zum Umfang der geplanten Stellenstreichungen machte GE nicht.

Die Kürzungen machen auch vor dem Verwaltungsrat des Konzern nicht halt: Er wird von 18 auf zwölf Mitglieder gestutzt. Die Bezüge der Konzernleitung sollen künftig an die Entwicklung des Unternehmens sowie der Aktie gekoppelt werden.

Zugleich wird die Ausschüttung an die Aktionäre nach Angaben des Unternehmens um die Hälfte auf nunmehr zwölf Cent pro Aktie reduziert. GE habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, erklärte Flannery. Angesichts der Liquiditätslage von GE handle es sich jedoch um die "richtige Entscheidung".

Der Börsenwert des Mischkonzerns war seit Januar um mehr als hundert Milliarden Dollar geschmolzen. Flannery trat im August mit dem Auftrag an, dem 125 Jahre alten Unternehmen neuen Schwung zu verleihen. In den vergangenen Jahren hatte sich GE bereits von diversen Unternehmensbereichen getrennt, darunter dem Filmstudio Universal, dem Fernsehsender NBC oder der Produktion von Haushaltsgeräten.