Darum ist die General Electric-Aktie im November 9,3 % gefallen

Motley Fool Investmentanalyst

Die Aktien von General Electric (WKN:851144) fielen im November um 9,3 %, was für die Anleger ein enttäuschendes Jahr bedeutete. Kurz gesagt, das Investoren-Update von GE am 13. November hat nicht gezeigt, dass eine schnelle Lösung für die Probleme des Unternehmens realistisch scheint. Darüber hinaus hat eine Dividendenkürzung um 50 % alle Anleger, die sich ein paar nette Einnahmen erhofft hatten, enttäuscht.

Aber das waren nicht die einzigen Gründe für viele Anleger zum Verkauf. Insbesondere schienen die Probleme bei der Stromsparte schlimmer, als viele erwartet hatten, und die kurzfristige Ergebnis- und Cashflow-Guidance war insgesamt dann doch enttäuschend – die Guidance des Managements für das Gesamtjahr 2018, bereinigte EPS im Bereich von 1 Dollar bis 1,07 Dollar bedeutet einen Rückgang gegenüber Analystenschätzungen für 1,07 Dollar im Jahr 2017. Auch ist die neue und reduzierte Dividende von GE wohl kaum gedeckt.

Was heißt das?

Die Probleme im Stromsegment und das Ausmaß der bevorstehenden Herausforderungen erinnern die Investoren daran, dass das Stromsegment von GE – traditionell ja das Hauptgeschäft – möglicherweise mit strukturellen Problemen konfrontiert ist. Insbesondere könnte die zunehmende Nutzung erneuerbarer Ressourcen zur Stromerzeugung die Nachfrage nach kleineren Gasturbinen von GE gefährden, und die sinkenden Kosten für die Speicherung von Energieversorgungsnetzen könnten die Nachfrage nach Gasturbinenausrüstungen und -dienstleistungen senken.

Darüber hinaus wirft die enttäuschende Performance bei Strom, Öl und Gas Fragen nach den Entscheidungen des vorherigen Managements auf – GE hat in beiden Branchen erhebliche Investitionen getätigt (Alstoms Energieanlagen und die Fusion mit Baker Hughes).

Positiv zu vermerken ist, dass der Luftfahrtsektor langfristig gute Aussichten hat, nicht zuletzt durch den Hochlauf der Produktion des sehr erfolgreichen LEAP-Triebwerks. GE ist auch ein führender Akteur in den Bereichen erneuerbare Energien und Speicherung, während seine Tochtergesellschaft im Gesundheitswesen eine wohl sichere, wenn auch langsam wachsende, Cash Cow für das Unternehmen ist.

Und jetzt?

Mit Blick auf die Zukunft ist es das Ziel des Managements, seinen Plan zum Ausstieg aus dem Transport-, Industrie- und Beleuchtungsgeschäft zu vollenden und gleichzeitig die Möglichkeiten mit Baker Hughes zu sondieren. Darüber hinaus sollte sich das Stromsegment ab 2019 stabilisieren, und erneuerbare Energien und Luftfahrt sollten weiterhin ein starkes Wachstum generieren – das Management erwartet für 2018 ein Wachstum des operativen Gewinns für erneuerbare Energien und Luftfahrt von 7 % bis 10 %. Unterdessen sollten strukturelle Nettokosteneinsparungen in Höhe von 2 Milliarden Dollar die Rentabilität im Jahr 2018 steigern und das Unternehmen auf den Weg bringen, die Generierung von Cashflows zu verbessern.

Langfristig erwartet das Management von GE ein organisches Umsatzwachstum von 2 % bis 4 %, mit einer Steigerung der operativen Marge und einer Umwandlung des Free Cash Flow von 90 % auf 100 %, verglichen mit rund 65 % im Jahr 2017. Das Erreichen dieser Ziele könnte GE-Aktien zu einem derzeit guten Titel machen – die Aktie wird unter dem 17-fachen dessen gehandelt, was die Analysten als Einnahmen für 2018 prognostizieren. Aber vieles hängt von der Fähigkeit des Unternehmens ab, die Dinge im Energiesektor zum Guten zu wandeln.

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The Motley Cool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Lee Samaha erschien am 4.12.2017 auf fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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