General der argentinischen Militärdiktatur 90-jährig verstorben

Ex-General Luciano Menéndez im Jahr 2008

Der ehemalige General der argentinischen Militärdiktatur (1976 bis 1983), Luciano Menéndez, ist am Dienstag im Alter von 90 Jahren gestorben. Das teilten Justizkreise der amtlichen Nachrichtenagentur Télam mit. Von den ranghohen Funktionären der Diktatur war Menéndez derjenige mit den meisten Verurteilungen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 14 Mal wurde er deswegen verurteilt, davon 13 Mal zu lebenslanger Haft.

Vor einigen Wochen war Menéndez wegen eines Leberleidens aus dem Hausarrest in ein Militärkrankenhaus der Provinz Córdoba verlegt worden. Zwischen 1975 und 1979 ordnete er als Kommandeur der dritten Heeresgruppe die Festnahme von hunderten Diktaturgegnern an. In den Verfahren gegen ihn wurde er wegen Verschleppungen, Folterungen und Morden schuldig gesprochen.

Der ehemalige General - genannt "die Hyäne", weil er während Folterungen von Regimegegnern zu lachen pflegte - zeigte bis zuletzt keinerlei Reue. 2016 sagte er in einem Verfahren gegen ihn, in den Gefangenenlagern habe es "keinerlei Repressionen" gegen die Regierungsgegner gegeben. "Diese Kriminellen beschuldigen die Streitkräfte, gehen vor Gericht und behaupten, sie seien Opfer", erklärte er. Zeugen berichteten, dass Menéndez im berüchtigten Geheimgefängnis La Perla in Córdoba persönlich an Folterungen und Erschießungen teilnahm.

1990 hatte Argentiniens damaliger Staatschef Carlos Menem Menéndez begnadigt. Doch die Justiz hob die Amnestiegesetze 2003 auf. 2005 erklärte auch das argentinische Parlament die Gesetze zur Aussetzung der Strafverfolgung für unwirksam. Während der Militärdiktatur wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen etwa 30.000 Menschen verschleppt, gefoltert und ermordet.