Gemälde aus 1860: Hält diese Frau etwa ein Smartphone in der Hand?

„Die Erwartete“ stammt vom Österreicher Ferdinand Georg Waldmüller. (Bild: Hajotthu/Wikicommons)

In einem Münchner Museum hängt ein Gemälde, das auf den ersten Blick total anachronistisch wirkt: Eine Frau aus dem 19. Jahrhundert streift durch eine Landschaft, in ihren Händen hält sie einen Gegenstand. Ein Rentner aus Glasgow entdeckt etwas ganz Spezielles: Seiner Meinung nach handelt es sich bei dem Gegenstand um ein Smartphone.

Peter Russell las vor Kurzem einen Artikel auf dem Onlineportal „Vice“, in dem der Autor, Brian Anderson, ein Gemälde aus dem Jahr 1937 analysiert. Darauf ist unter anderem ein Angehöriger eines antiken Stamms zu sehen, der etwas in Händen hält, das wie ein iPhone aussieht. Russell schickte Anderson daraufhin ein Foto, das seiner Meinung nach das gleiche Phänomen enthält.

Das Gemälde ist in der Neuen Pinakothek in München zu sehen. (Bild: Hajotthu/Wikicommons)

Das Bild heißt „Die Erwartete“ und stammt von dem österreichischen Maler Ferdinand Georg Waldmüller. Es hängt in der Neuen Pinakothek in München. Bei einem Besuch in dem Museum war Russell ganz erstaunt darüber, wie sehr die Frau auf dem Gemälde einer heutigen Person ähnle, die ein Smartphone in den Händen hält.

Natürlich aber hat die Dame auf dem Kunstwerk kein Handy dabei. Bei dem Gegenstand handle es sich nach Meinung von Gerald Weinpolter, Chef der Kunstvermittlung „austrian-paintings.at“, um ein Gebetbuch. Und auch Peter Russell sagte gegenüber „Vice“: „Im Jahre 1860 hätte noch jeder Betrachter das Objekt in ihren Händen als Hymnen- oder Gebetbuch wiedererkannt.“

Heute dagegen komme man nicht umhin, so Russell, das Objekt auf den ersten Blick irrtümlich für ein Smartphone zu halten.