Gelogen: Trump wusste vom Schweigegeld für Stormy Daniels – so äußerte er sich bisher

Donald Trump wurde der Lüge überführt: Der Präsident wusste doch von den Machenschaften seines Anwalts. (Bild: Getty Images)

Hat er oder hat er nicht? Seit Monaten fragt sich die amerikanische Öffentlichkeit, ob ihr Präsident ein Techtelmechtel mit einer Pornodarstellerin hatte. Nun musste Donald Trump gestehen, seinem Anwalt das Schweigegeld erstattet zu haben, mit dem Daniels einst ruhig gestellt worden war.

Es sieht im Moment nicht gut aus für den Präsidenten der USA. Zwar bestreitet Donald Trump nach wie vor, eine Affäre mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels gehabt zu haben. Dafür hat sich nun eine andere Aussage des 71-Jährigen als knallharte Lüge herausgestellt. Dabei geht es um Trumps Behauptung, nicht von den Zahlungen seines Anwaltes an Daniels gewusst zu haben.

Wie die jährliche Finanzaufstellung Trumps zeigt, die nun von der Ethikbehörde der US-Regierung veröffentlicht wurde, wusste Trump sehr wohl über die Zahlung von 130.000 Dollar (109.000 Euro) an seinen Anwalt Michael Cohen Bescheid. Noch Anfang April hatte Trump bei einem Gespräch mit Pressevertretern in der Air Force One behauptet, nichts von dieser Transaktion zu wissen.

Stormy Daniels mit ihrem Anwalt Michael Avenatti. (Bild: Getty Images)

Brisant ist das deshalb, weil Michael Cohen im Januar sagte, es handle sich um Geld aus seiner eigenen Tasche. Die 130.000 Dollar waren im Oktober 2016, einen Monat vor der US-Präsidentschaftswahl, von Cohen an Stormy Daniels geflossen. Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, sollte mit der Summe zum Schweigen gebracht werden. Die Pornodarstellerin behauptet, im Jahr 2006 Sex mit Donald Trump gehabt zu haben. Dies sollte nicht an die Öffentlichkeit dringen.

Wichtig ist dabei auch die Frage, ob es sich bei dem Betrag um Wahlkampfgeld handelte. Cohen und Trump bestritten dies mehrfach. Sollte das Geld aber geflossen sein, um kurz vor der Wahl eine negative Berichterstattung über Trump abzuwenden, hätte der Betrag allerdings als Wahlkampspende deklariert werden müssen. Daher steht nun zusätzlich der Verdacht illegaler Wahlkampffinanzierung im Raum.

Michael Cohen arbeitet seit 2006 für die Trump-Familie als Anwalt und Geschäftsmann. (Bild: Getty Images)

Dass Trump von der Zahlung wusste, bestätigte Anfang Mai auch dessen kürzlich ernannter Berater Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister New Yorks sagte in einem Interview mit dem Sender FOX News, Trump habe Cohen das Geld über mehrere Monate hinweg zurückerstattet. Womöglich handelte es sich dabei um eine Strategie, um der jetzigen Veröffentlichung von Trumps Finanzaufstellung durch die Ethikbehörde zuvorzukommen.

Donald Trump bestätigte die Darstellung Giulianis einen Tag später in einer Reihe von Tweets, stellte aber klar, dass es sich bei der Transaktion nicht um Wahlkampfmittel gehandelt habe. Zudem bezeichnete Trump die Behauptungen von Stormy Daniels über eine Affäre als „falsch und erpresserisch“.

Für Donald Trump könnte es bald noch schlimmer kommen. Michael Avenatti, der Anwalt von Stormy Daniels, postete Ende April ein Foto auf seinem Twitter-Account, das eine unbeschriftete DVD zeigt. Auf CNN sagte der Jurist: „Das ist ein Warnschuss“, was suggerieren soll, dass möglicherweise brisantes Material über Donald Trump existiert, von dem die Öffentlichkeit bisher noch nichts weiß.

Gegen Michael Cohen wird derzeit gleich in zwei Verfahren ermittelt. Stormy Daniels alias Stephanie Clifford versucht in einem Zivilverfahren, die Schweigeklausel aufzuheben, die sie einst unter Druck unterschreiben musste. Zudem ermittelt die New Yorker Staatsanwaltschaft wegen möglichen Bankbetrugs und illegaler Wahlkampffinanzierung.