So gelingt nachhaltiges Reisen

Auch im Urlaub kann man der Umwelt Gutes tun (Bild: Getty Images)

Der Deutsche trennt zwar den Müll und sammelt Flaschen, doch im Urlaub ist das Thema Nachhaltigkeit meist schnell vergessen. Das zeigen Studien immer wieder. Dabei wäre es so wichtig, auch beim Reisen einen positiven Beitrag zu leisten. Mit diesen sechs Tipps klappt es auch mit dem “sanften Tourismus“:

  1. Auf Flüge verzichten oder CO2 kompensieren

Buxtehude statt Bali? Die Entfernung vom Wohn- zum Urlaubsort sollte in einem angemessenen Verhältnis zur Reisedauer stehen. Mit dem Flugzeug zu verreisen, ist zwar die einfachste und schnellste Art und Weise, aber leider auch die umweltschädlichste. Wem der Umweltschutz am Herzen liegt, der sollte daher lieber ein Reiseziel wählen, das per Bahn oder Auto erreichbar ist.

Wer partout nicht auf einen Wochenendtrip nach Paris verzichten möchte, kann über Atmosfair.de die Höhe des CO2-Ausstoßes für den jeweiligen Flug ermitteln. Der errechnete Betrag kann einem Klimaschutzprojekt zugutekommen.

Nachhaltig reisen lässt sich auch mit Hilfe von Ecopassenger. Hier können Sie vergleichen, wie Sie umweltschonend per Flieger, Bahn und Auto zu Ihrem Ziel kommen. Ecopassenger zeigt den Kohlendioxidausstoß, den Energieressourcenverbrauch, sowie den Ausstoß von Feinstaub, Stickoxiden und Nicht-Methan-Wasserstoffen.

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2. Hotel mit Zertifizierung buchen

In Sachen Nachhaltigkeit sind große Hotelkonzerne nicht unbedingt die beste Wahl. “Bei mittelständischen und inhabergeführten Hotels ist die Chance groß, dass das Geld der lokalen Bevölkerung zugutekommt”, sagt Antje Monshausen, Leiterin des Informationsdienstes Tourism Watch.

Der beste und oftmals preisgünstigste Weg ist es, von Einheimischen geführte Pensionen zu buchen. “Wer nachhaltig reisen möchte, wählt ein Hotel, das mit einem Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet ist”, erklärt Monshausen. Weit verbreitet ist TourCert. An der GSTC-Zertifizierung (Global Sustainable Tourism Council) erkennt der Reisende Öko-Hotels.

3. Auf Siegel achten

Siegel können dem bewussten Urlauber ebenfalls eine große Hilfe sein: Die blaue Flagge zeichnet in 40 Ländern nachhaltig betriebene Gewässer aus. Dazu zählen Binnengewässer, Badestrände und Häfen für Sportboote, an denen man ruhigen Gewissens entspannen kann. Viabono dagegen zeichnet auf Initiative des Bundesumweltministeriums umweltbewusste Unterkünfte und Campingplätze aus.

4. ÖPNV statt Taxi und Mietwagen

Beim Reisen mit Bus oder Bahn ist der CO2-Verbrauch pro Person geringer als bei einer Taxifahrt oder Privattour im Leihauto. Doch der öffentliche Verkehr hat – abgesehen vom Umweltfaktor – auch andere Vorteile: Man erhält einen Einblick in die Kultur eines Landes und kommt in Kontakt mit den Menschen.

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5. Fühlen Sie sich im Urlaub wie zu Hause

Das Motto sollte auch im Urlaub lauten: “Leben wie zu Hause statt wie ein König.“ Um Ressourcen wie Wasser zu sparen, sollte Sie auf den Austausch von Handtüchern und Bettwäsche so gut es geht verzichten. Duschen spart im Gegensatz zum Baden Wasser, ebenso das Abdrehen des Wasserhahns beim Zähneputzen. Klimaanlage am besten abschalten, wenn sie nicht benötigt wird.

6. Wählen Sie lokale Speisen

Melonen und andere tropische Früchte werden oft auch im Urlaubsland importiert, ganz wie bei uns zu Hause. Am besten ist es, wenn Sie versuchen, größtenteils regionale und saisonale Produkte zu kaufen. Denn bei Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch aus der Region sind die Transportwege kürzer und somit umweltfreundlicher. Außerdem sind vor Ort angebaute Nahrungsmittel meist frische und die lokale Wirtschaft wird unterstützt.