Geldwäscheskandal um Danske Bank zieht immer weitere Kreise


Der vor zwei Monaten aufgedeckte Geldwäscheskandal der dänischen Großbank Danske Bank weitet sich aus. Nach neuesten Informationen der dänischen Tageszeitung „Berlingske“ können zwischen 2007 und 2015 über die estnische Tochtergesellschaft von Danske Bank bis zu 8,3 Milliarden Dollar gewaschen worden sein.

Vertreter von Danske Bank in Kopenhagen waren am Mittwoch für einen Kommentar nicht erreichbar. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre dies der mit Abstand größte Geldwäscheskandal in Dänemark. Der Börsenkurs der Danske Bank fiel um drei Prozent und zog auch andere Banken mit nach unten.

Noch ist das gesamte Ausmaß der Affäre nicht klar. Bereits im Mai waren die ersten Vorwürfe gegen die estnische Danske-Bank-Tochter öffentlich geworden. Demnach soll Geld aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan über den baltischen Ableger gewaschen worden sein. Medien berichten außerdem über Verbindungen zu dem in russischer Haft verstorbenen Anwalt Sergei Magnitzky, der Verwicklungen der russischen Machtelite in Korruptionsgeschäfte öffentlich gemacht hatte.


Einer von Magnitzkys Mandanten, der Chef des US-Investmentfonds Hermitage Capital Management, Bill Browder, kündigte an, die Danske-Bank-Affäre zum Anlass zu nehmen, um erneut über Korruption in Russland zu recherchieren. Browder war 2017 in Abwesenheit in Russland zu neun Jahren Straflager wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Zuvor hatte er über zahlreiche Verwicklungen russischer Politiker und Geschäftsleute in Bestechungsaffären berichtet.

Danske Bank hat eine interne Untersuchung der Vorgänge in Estland eingeleitet. Bis ein Ergebnis vorliegt, will sich das Management nicht konkret äußern. Die Bank hat angekündigt, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten, und hat bereits personelle Konsequenzen in Estland gezogen. Der dänische Wirtschaftsminister Rasmus Jarlov hat unterstrichen, dass eine interne Untersuchung des Skandals nicht ausreiche. Es müsse auch unabhängige Ermittlungen geben.

Anfang Mai dieses Jahres hatte der Chef der dänischen Bankenaufsicht, Jesper Berg, Danske Bank bereits scharf getadelt. Die Bank habe „seit Jahren in massivem Umfang versagt“, da sie die notwendigen Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung nicht erfüllt habe.

Der Geldwäscheskandal habe dem gesamten Bankensektor Dänemarks geschadet. Berg forderte Danske Bank auf, wegen der Affäre das Eigenkapital um fünf Milliarden Kronen (670 Millionen Euro) aufzustocken.