Geldsegen für die Aktionäre


Sieben Jahre nach seinem Amtsantritt als CEO will es Sergio Ermotti nochmal wissen. Der UBS-Chef gab am Montag neue Ziele für die schweizerische Großbank aus. Aktionäre sollen in Zukunft höhere Anteile vom Gewinn erhalten. Zugleich wird die Bank umgebaut: Die bislang getrennt geführte Vermögensverwaltung für Amerika wird mit der globalen Vermögensverwaltungssparte verschmolzen. Das betrifft auch einen deutschen Manager: Den Ex-Commerzbankchef Martin Blessing.

Wie auch andere Institute hatte die UBS nach der Finanzkrise ihr Kapitalpolster kräftig ausgebaut. Jetzt sollen Aktionäre für ihre Geduld belohnt werden. Ab Februar will die Bank Aktien für bis zu zwei Milliarden Franken zurückkaufen. Der Rückkauf soll über drei Jahre laufen. Das dürfte die UBS-Anleger freuen – auch, wenn der Umfang des Programms vergleichsweise überschaubar ausfällt.

Doch auch bei der Dividendenausschüttung schlägt die Bank ein neues Kapitel auf. Bislang sollte den Aktionären mindestens die Hälfte des zurechenbaren Reingewinns als Dividende zugehen, solange die Kapitalquote bei mehr als 13 Prozent liegt. In Zukunft soll die Dividende unabhängig vom Gewinn jährlich im „mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich“ wachsen. Weiteres nicht benötigtes Kapital soll in die Aktienkäufe fließen. Bedingung dafür ist weiterhin, dass die von der Aufsicht geforderte Kapitalquote eingehalten wird.

Die Analysten von Baader Helvea äußerten sich positiv: „Wir denken, das ist der lang erwartete Beginn der ultimativen Kapitalverzinsungs-Story der UBS unter den größeren Banken“, erklärten sie. Viele Anleger setzen auf die UBS, weil sie sich stetig steigende Erträge erhoffen. Doch wegen der lange unklaren neuen Kapitalvorschriften (Basel 3) und laufender Rechtsstreitigkeiten wollte sich die Bank nicht auf eine konkrete Dividendenprognose festlegen. Nun sind zumindest die künftigen Kapitalstandards definiert: Die UBS rechnet damit, dass sie in den kommenden drei Jahren hartes Kernkapital von rund vier Milliarden aufbauen muss. „Dank der größeren regulatorischen Klarheit können wir ein neues Kapitel aufschlagen“, sagte Bankchef Sergio Ermotti. Die UBS-Aktie gab dennoch um rund drei Prozent nach - einige Anleger hatten für das vergangene Jahr höhere Erträge erwartet.

Zugleich baut Ermotti die Bank um: Bislang führte die UBS die Vermögensverwaltung in den USA als eigene Sparte, die von dem US-Manager Tom Naratil geführt wurde. Das restliche Vermögensverwaltungsgeschäft, die globale Vermögensverwaltung, führt dagegen seit Kurzem der deutsche Manager Martin Blessing. Ab Februar sollen beide Einheiten verschmolzen werden. Naratil und Blessing werden Co-Chefs, teilte die Bank mit. Beide Manager gelten als aussichtsreiche Kandidaten für Ermottis Nachfolge – und sollen sich nun zusammenraufen. Für Konfliktpotenzial ist also gesorgt.



Beide Sparten seien bereits in den vergangenen beiden Jahren stärker aufeinander abgestimmt worden, erklärte Ermotti. Die Zusammenführung sei „der nächste logische Schritt“. Sie sorge für mehr Effizienz, höhere Renditen und bessere Dienstleistungen für Kunden. So soll der Vorsteuergewinn der Vermögensverwaltungssparte bis 2020 um 10 bis 15 Prozent steigen.

Der Tessiner verordnete der Bank zugleich neue Ziele, die bis ins Jahr 2020 reichen. Doch diese fallen mitunter wenig ambitioniert aus. So soll etwa die Aufwands-Ertrags-Quote des gesamten Konzerns in Zukunft unter 75 Prozent liegen. In der Vergangenheit war noch von einem ambitionierteren Zielkorridor von 60 bis 70 Prozent die Rede. Je niedriger die Quote, desto effizienter wirtschaftet die Bank.

Auch das Profitabilitätsziel für den gesamten Konzern fällt weniger ambitiös aus. Bisher galt für die Eigenkapitalrendite, RoTE genannt, ein Ziel von mehr als 15 Prozent. Jetzt ist die Rede von „rund“ 15 Prozent.

Während andere Banken noch immer mit den Folgen der Finanzkrise kämpfen, hat die UBS das Kapital für sich abgehakt und sieht sich in einer starken Position. Zwar mussten die Schweizer wegen der US-Steuerreform rund 2,9 Milliarden Franken abschreiben. Trotzdem bleibt für das Jahr 2017 ein Reingewinn von rund 1,1 Milliarden Franken.