Wieder Geld für e.Go – Aachener Elektroautopionier kassiert 48 Millionen

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Mehrere Fahrzeuge von e.Go. in der Fertigungshalle in Aachen.
Mehrere Fahrzeuge von e.Go. in der Fertigungshalle in Aachen.

Eigentlich galt das Vorzeige-Projekt der Elektromobilität in Deutschland als gescheitert. Im Juli 2020 musste der Aachener Elektroauto-Hersteller e.Go einen Insolvenzantrag stellen, die Produktion wurde gestoppt. Wegen der Corona-Pandemie war es wochenlangen zu Unterbrechungen bei den Lieferketten gekommen. Gründer und Hochschullehrer Günther Schuh gab sich damals dennoch optimistisch: „In den letzten Monaten haben wir viele aussichtsreiche Gespräche sowohl mit nationalen als auch internationalen Investoren geführt“, so Schuh.

Etwas mehr als ein Jahr später ist nicht nur die Produktion wieder angelaufen. Auch finanziell ist der Weiterbetrieb des Unternehmens vorerst gesichert. Nachdem e.Go bereits im Frühjahr eine Finanzierung in Höhe von 30 Millionen Euro bei Investoren einwerben konnte, legt nun auch der niederländische Mehrheitseigner Industrial Investments nach. Der Investor, hinter dem die Private-Equity-Firma ND Group steckt, stellt in einer Series-C-Runde zusammen mit weiteren Geldgebern rund 48 Millionen Euro (57 Millionen Dollar) bereit. Industrial Investments hatte e.Go im September 2020 nach dessen Insolvenz übernommen.

Tauschbare Akkus als Verkaufsargument

Mit dem neuen Geld plant e.Go die Produktion seines Fahrzeugmodells Life weiter auszubauen, heißt es in einer Mitteilung. Die kleinen Kompaktstromer sind für eine Reichweite von etwa 139 Kilometern ausgelegt und sollen vor allem Pendler in Großstädten ansprechen. Aktuell kostet eine Sondervariante des Modells rund 26.560 Euro – Abzüge durch staatliche Förderungen nicht eingerechnet. Demnächst plant das Unternehmen aber auch, eine Einstiegsversion mit abgespecktem Funktionsumfang auf den Markt zu bringen. Diese soll preislich nach Abzug des Umweltbonus bei knapp über 10.000 Euro liegen. Darüber hinaus wirbt e.Go mit tauschbaren Akkus.

Unklar ist bislang, mit welchen Produktionskapazitäten das Unternehmen perspektivisch plant. Vor der Insolvenz im vergangenen Jahr rechnete Gründer Günther Schuh noch mit rund 100.000 Fahrzeugen pro Jahr. Schuh ist inzwischen aber ausgestiegen. Er ist lediglich noch als Gesellschafter und Berater an Bord.

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