Geiselnahme in JVA Münster: Täter von Polizei erschossen

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Einsatzkräfte stehen nach der beendeten Geiselnahme auf dem Gelände der JVA Münster.
Einsatzkräfte stehen nach der beendeten Geiselnahme auf dem Gelände der JVA Münster.

Großeinsatz der Polizei in Münster. Im Gefängnis bedroht ein Häftling eine Bedienstete. Nach gut drei Stunden ist die Geisel befreit, der Täter wird erschossen. Der Mann wäre bald entlassen worden.

Münster (dpa) - Ein Häftling ist bei einem Polizeieinsatz in der JVA Münster erschossen worden, nachdem er vorher eine Bedienstete als Geisel genommen hatte. Das bestätigte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Justizministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Der Mann wäre demnach in gut drei Wochen entlassen worden. Laut «bild.de» soll er die Bedienstete mit einer Rasierklinge bedroht und einen Hubschrauber verlangt haben.

Die Polizei hatte um kurz vor 10 Uhr morgens via Twitter mitgeteilt: «Einsatzlage beendet. Geisel unverletzt befreit. Der Täter ist bei dem Einsatz ums Leben gekommen.» Die Polizei war gegen 6.30 Uhr alarmiert worden. Sie war mit einem Großaufgebot an der JVA im Einsatz. Die Justizvollzugsanstalt Münster liegt mitten in der Stadt. Wegen des Einsatzes war der Straßenverkehr im Umfeld gestört.

Der Täter hatte für einen Tritt gegen einen Polizisten im Gefängnis gesessen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Münster hatte der wohnungslose und alkoholkranke Mann 2019 auf dem Gelände einer Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster randaliert. Die Pfleger riefen die Polizei. Die sprach einen Platzverweis aus. Dem kam er nicht nach und trat in Richtung eines Beamten. Das Amtsgericht verurteilte ihn daraufhin zu einer Bewährungsstrafe.

Entlassung stand kurz bevor

Weil er in dieser Zeit den Bewährungsauflagen nicht nachkam, musste er ins Gefängnis. Warum er jetzt, kurz vor seiner Entlassung am 10. November, eine Geisel nahm, ist Teil der Ermittlungen, wie die Staatsanwaltschaft Münster erklärte. Bei der Befreiung der Geisel hatten die Spezialkräfte ein psychisch auffälliges Verhalten beobachtet.

Das Gefängnis in Münster ist nur noch zum Teil mit Gefangenen belegt. Seit Jahren ist ein Neubau im Osten der Stadt geplant. Der Bau soll 2025 bezogen werden. 2016 musste ein Teil der JVA innerhalb von 48 Stunden geräumt werden, weil Teile des denkmalgeschützten Gebäudes als einsturzgefährdet galten. Die Evakuierung des 160 Jahre alten Bereiches hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die rund 500 Häftlinge wurden kurzfristig auf andere Gefängnisse in NRW verlegt.

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