Geis erklärt Aufholjagd für kranken Trainer

Die Spieler des FC Sevilla feiern den 3:3-Ausgleich gegen Liverpool

Der frühere Bundesliga-Profi Johannes Geis hat Eduardo Berizzo, den an Prostatakrebs erkrankten Trainer seines Klubs FC Sevilla, in höchsten Tönen gelobt. Der 48-Jährige sei "für alle eine wichtige Bezugsperson. Natürlich auch für mich, denn er hat viel mit mir geredet, als ich mich noch zurechtfinden, an ein neues Land gewöhnen musste - und nur auf der Bank saß", sagte Geis der Süddeutschen Zeitung.

"Dass sich ein Trainer so um einen Spieler kümmert, der nicht spielt, das kannte ich aus Deutschland so nicht", ergänzte der ehemalige Fürther, Mainzer und Schalker. Geis war wie sein Coach erst im Sommer - als Leihgabe von Schalke 04 - zu den Andalusiern gestoßen.

Der 24-Jährige und seine Kollegen hatten bereits vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Liverpool am Dienstag von Berizzos Erkrankung erfahren. Nach einem 0:3-Pausenrückstand erkämpfte Sevilla noch ein 3:3 - auch für Berizzo, wie Geis nach seinem ersten Spiel in der Königsklasse betonte.

Berizzo mit emotionaler Kabinenansprache 

"Natürlich haben wir uns in der Halbzeit gesagt, dass wir uns jetzt erst recht zusammenreißen müssen, dass wir das so nicht stehen lassen dürfen", sagte er. Berizzo habe die Wende mit einer flammenden Kabinenansprache eingeleitet, seine emotionalen Worte "hallten wirklich nach", meinte Geis: "Es war ein Wahnsinnsabend, von Freud bis Leid war alles dabei."

Berizzo übt seine Tätigkeit als Coach aktuell weiter aus und stand bereits wieder mit dem Team auf dem Platz. "Er ist stark und wird das tun, während er auf Behandlung wartet. Er ist unser Trainer, und wir sind sicher, dass dieses Problem gelöst werden wird", sagte Klubpräsident Jose Castro. Spanische Medien hatten zuvor berichtet, dass sich Berizzo umgehend einer OP unterziehen müsse.