Geiger-Hammer in Oberstdorf! Grandioses Eisenbichler-Comeback

SID
·Lesedauer: 3 Min.

Karl Geiger fliegt beim Tournee-Auftakt zum Sieg, Markus Eisenbichler hält seine Hoffnungen auf den Gesamtsieg mit einem starken zweiten Durchgang am Leben.

Überflieger Karl Geiger hat den deutschen Adlern einen Traumstart in die 69. Vierschanzentournee beschert. Mit seinem Heimsieg vor gespenstischer Kulisse auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf verschaffte sich der nervenstarke Lokalmatador eine ausgezeichnete Position im Kampf um den Gesamtsieg.

Eisenbichler mit grandioser Aufholjagd

Auch Weltmeister Markus Eisenbichler hielt seine Tournee-Hoffnungen mit einer grandiosen Aufholjagd im zweiten Durchgang als Fünfter am Leben.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben

Für die DSV-Springer war es der erste Auftaktsieg seit Severin Freund vor fünf Jahren.

"Es war brutal und zwei saugute Sprünge. Wenn jetzt noch Zuschauer da wären, wäre es perfekt. Man muss von Tag zu Tag schauen und ich nehme die Favoritenrolle an", sagte Geiger. "Megageil, ich habs ihm so gewünscht, dass er das runterbringt für uns, er ist einfach ein cooler Hund", ergänzte Eisenbichler

Anwärter auf den Tournee-Sieg: Polen mischt wieder voll mit

Topfavorit Halvor Egner Granerud musste sich mit Platz vier begnügen, sein Landsmann Robert Johansson verpasste gar den zweiten Durchgang.

Skiflug-Weltmeister Geiger (291,1 Punkte), der vor zwei Wochen noch positiv auf das Coronavirus getestet worden war, überzeugte mit Flügen auf 127,0 m und 136,5, m und blieb damit vor Kamil Stoch (Polen/288,3) und Marius Lindvik (Norwegen/285,2). Der Jubel der sonst 27.000 Fans in der Arena blieb allerdings aus, stattdessen feierte "Karle" seinen ersten Sieg vor tausenden Pappkameraden auf den Tribünen.

Eisenbichler: "Der Flug war Hammer, echt geil"

Eisenbichler verpatzte indes seinen ersten Durchgang mit einer Weite von 118,0 m und Platz 27 völlig, musste nach einem Satz auf 142,0 m seine Hoffnungen auf den Tourneesieg am noch nicht begraben. "Yesss, boom!", schrie "Eisei" erleichtert in die Kameras.

Nach seinem Flug, der nur 1,5 m unter dem Schanzenrekord blieb, war Eisenbichler sichtlich erleichtert. "Der Flug war Hammer, echt geil", sagte der Bayer im ZDF. Mit Blick auf den Gesamtsieg rechnet er sich noch Chancen aus: "Es ist eng, ich muss dranbleiben."

Weißflog: Darum brechen die DSV-Adler den Hannawald-Bann

Bundestrainer Stefan Horngacher hatte zunächst gemischte Gefühle. "Es war ein ziemlich ernüchternder erster Durchgang für uns, aber wir haben einen ganz vorne dabei", sagte der Österreicher.

Die polnischen Mitfavoriten landeten nach der 24 Stunden langen Corona-Posse geschlossen im Spitzenfeld. Neben Stoch überzeugte auch Andrzej Stekala als Siebter, Titelverteidiger Dawid Kubacki belegte Rang 15 "Es ist die Zeit der Wunder", hatte Stoch zuvor auf Instagram geschrieben.

Tournee-Start doch mit Polen

Am Montag waren die Polen von der Qualifikation in Oberstdorf ausgeschlossen worden, nachdem ihr Springer Klemens Muranka positiv getestet worden war. Nach wiederholten negativen Tests bei Muranka und seinen Teamkollegen gab es dann doch das "Go", das Quali-Ergebnis wurde gestrichen, alle 62 Springer durften antreten.

Stöckl glaubt an Graneruds Tourneesieg: "In allem ein bisschen besser"

Die deutschen Springer konnten die Gunst der Stunde nicht nutzen, einzig Ex-Weltmeister Severin Freund sammelte nebenGeiger und Eisenbichler als 25. noch Punkte. Die weiteren DSV-Athleten um Pius Paschke, Constantin Schmid und Martin Hamann verpassten bei Rückenwind die Entscheidung der Top 30 genauso wie die Sorgenkinder um Team-Weltmeister Richard Freitag und Olympiasieger Andreas Wellinger.

Am Mittwoch reist der Tournee-Tross nach Garmisch-Partenkirchen, wo am Donnerstag (14.00 Uhr) die Qualifikation zum zweiten Tourneespringen am Neujahrstag ansteht.

VIDEO: Hannawald fürchtet erneuten Burnout