Geht bald ein neuer Stern bei Bayern auf?

Robin Wigger
·Lesedauer: 3 Min.

Sollte Ralf Rangnick am Sonntag im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 auf Tanguy-Austin Nianzou Kouassi angesprochen werden, dürften seine Augen leuchten.

Der 62-Jährige, der nach seinem geplatzten Engagement beim AC Mailand derzeit offen für eine neue Herausforderung ist, ist ein großer Fan des Bayern-Neuzugangs.

Und Nianzou, der im Gegensatz zu Alexander Nübel und Leroy Sané bei den Bayern bislang nicht im Fokus stand, könnte bald ein heißes Thema werden.

Der CHECK24 Doppelpass mit Ralf Rangnick am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Rangnick adelt Nianzou

Denn der Abwehrspieler, der im Sommer von Paris Saint-Germain an die Isar gewechselt war und damit bei Thomas Tuchel für Ärger gesorgt hatte, absolvierte am Montag erstmals seit seiner im September erlittenen Oberschenkelverletzung Teile des Mannschaftstrainings.

"Er ist eines der größten Abwehrtalente, die ich je gesehen habe", sagte Rangnick Ende September bei Sky über Nianzou und prognostizierte: "Er wird spätestens in ein bis zwei Jahren Stammspieler sein."

Der ehemalige Sportdirektor und Trainer von RB Leipzig, der zuletzt als Head of Sport and Development Soccer bei Red Bull arbeitete, sei in Leipzig selbst "zwei Jahre an dem Spieler dran" gewesen.

Bayern setzt große Hoffnungen in Nianzou

Auch in München hält man große Stücke auf den Franzosen - schließlich bezeichnete Hasan Salihamidzic ihn bei dessen Vorstellung als einen "der besten Spieler Europas im Jahrgang 2002".

Für den Sportvorstand ist klar, "dass er bei uns eine große Karriere machen wird und eine absolute Verstärkung ist".

Nianzou hatte sich Anfang September bei einem Torschuss im Training der französischen U20-Nationalmannschaft eine komplizierte Verletzung in der vorderen Oberschenkelmuskulatur zugezogen.

Die Bayern wollen den 18-Jährigen zwar behutsam für die Rückrunde aufbauen, in der voll mit ihm gerechnet wird. Für die Champions-League-Gruppenphase wurde Nianzou nicht gemeldet.

Wegen Kimmich: Nianzou schon bald gefragt?

Aufgrund der Verletzung von Joshua Kimmich könnte Nianzou, der einen Vertrag bis 2024 hat, aber schon früher gefragt sein.

Denn Bayerns Anführer fällt nach einer Operation am rechten Außenmeniskus, die nach seiner unglücklichen Aktion gegen Erling Haaland im Topspiel gegen den BVB nötig wurde, wochenlang aus.

"Er ist aktuell auf einem wirklich guten Weg, er trainiert sehr fleißig und spricht auch schon ganz gut Deutsch", sagte Trainer Hansi Flick zuletzt über Nianzou.

Der gelernte Innenverteidiger ist in der Defensive flexibel einsetzbar. "Letztes Jahr habe ich vor der Verteidigung gespielt, aber ich kann mich anpassen", sagte Nianzou bei seiner Vorstellung.

Er könnte also Minuten im defensiven Mittelfeld erhalten, bei einer möglichen Verschiebung David Alabas auf die Sechs aber auch in der Viererkette zum Einsatz kommen.

Stammspieler Nianzou? Keine Träumerei

Nianzou, der den 98er-Weltmeister Lilian Thuram – Vater von Gladbach-Profi Marcus Thuram – als Vorbild hat, gilt als überaus kopfballstark, zudem werden ihm eine gute Technik und Spieleröffnung attestiert.

Mit der ungeklärten Zukunft von Alaba und Jérôme Boateng könnte gar Rangnicks Stammplatz-Vorhersage keine Träumerei sein, wenngleich selbst der Weg zum ersten Pflichtspiel für Nianzou noch ein weiter ist.

Die nächsten Schritte Richtung Comeback erfreuen aber sicher nicht nur seinen Bewunderer.