"Wir gehen nirgendwo hin": Wie die Bewohner einer Siedlung in Cherson ausharren

Kaputte Fensterscheiben und zerstörte Balkone, zerschossene Häuserfassaden: Die Korabel-Siedlung in der ukrainischen Stadt Cherson wird seit mehr als einem Monat von Russland bombardiert. Nicht nur Wohnhäuser, sondern auch die Infrastruktur dort ist stark beschädigt. Die Häuser haben weder Heizung, noch Strom oder Wasser:

Doch Wegziehen kommt für die Einwohner nicht in Frage. "Wir gehen nirgendwo hin, wir sind hier geboren, wir haben hier gelebt und wir werden hier weiter leben", sagt ein älterer Herr. Ein junger Mann erklärt: "Wir leben von Wasser, wir haben Wasser. Gott sei Dank sind wir von Wasser umgeben, also werden wir irgendwie überleben."

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Mindestens 7000 Menschen wollen trotz der anhaltenden Bombardierung in ihren Häusern zu bleiben. Die ukrainischen Behörden in der Stadt versuchen, so vielen Menschen wie möglich zu helfen.

"Wir planen die Bereitstellung von Generatoren. Wir haben Anträge für 400 Heizgeräte erhalten, die wir an die Menschen verteilen können", so Galina Lugowa, Leiterin der Militärverwaltung von Cherson. Doch die Militärverwaltung kann ebenfalls die Entscheidung treffen, die Evakuierung der Korabel-Siedlung obligatorisch zu machen.

Monatelang war Cherson unter russischer Besatzung. Mitte November gelang es der ukrainischen Armee, die Stadt zurückzuerobern.

Seit Oktober nimmt das russische Militär speziell Anlagen der Energieversorgung in der Ukraine ins Visier. Durch den ständigen Beschuss mit Raketen, Marschflugkörpern und Kamikaze-Drohnen ist das ukrainische Stromnetz stark beschädigt. Immer wieder kommt es zu plötzlichen Notabschaltungen. Die Menschen sind damit in den dunklen und kalten Wintertagen stundenlang ohne Licht - und teilweise auch von der Wärme- und Wasserversorgung abgeschnitten.