Nach Geheimgespräch mit Lambrecht: Griechenland verzichtet auf bereits versprochene deutsche Marder - und rettet so Scholz' Panzer-Versprechen

Müssen den Panzerdeal organisieren: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und Kanzler Olaf Scholz (beide SPD). - Copyright: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Müssen den Panzerdeal organisieren: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und Kanzler Olaf Scholz (beide SPD). - Copyright: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Es war ein entscheidender Kurswechsel im Ukraine-Krieg: Kurz nach Neujahr gab Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bekannt, dass Deutschland der ukrainischen Armee 40 Schützenpanzer des Typs Marder liefern wolle. Lange hatte sich der Kanzler gegen einen solchen Schritt gesperrt.

Doch diese Ankündigung sorgte für Aufregung in der Bundeswehr: Woher sollen die 40 Fahrzeuge kommen? Die militärische Führung im Verteidigungsministerium soll von Scholz‘ Ankündigung überrascht worden sein, erzählen uns Insider. Ob die Marder aus Industrie- oder Bundeswehr-Beständen kommen sollen, war vielen selbst Tage nach der Ankündigung nicht klar.

Denn zum einen müssen die Marder beim Hersteller Rheinmetall erst noch instand gesetzt werden. Zum anderen seien von den insgesamt 350 Mardern der Streitkräfte lediglich 150 einsatzbereit, heißt es. Sie zusammen mit Ersatzteilen an die Ukraine abzugeben, würde Lücken in den Bestand der deutschen Truppe reißen, zumal viele Marder auch für die schnelle Eingreiftruppe der Nato versprochen wurden.

Doch offenbar konnte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) nun am Montagabend das Versprechen des Kanzlers retten. Nach Informationen von Business Insider aus Regierungskreisen telefonierte sie gegen 18 Uhr mit ihrem griechischen Amtskollegen Nikos Panagiotopoulos. In dem Gespräch soll dieser zugesagt haben, dass Griechenland vorerst auf die Hälfte der 40 Marder verzichten werde, die Deutschland im Rahmen eines Ringtauschs dem Land vor einigen Monaten versprochen hatte. Die Marder sollen stattdessen an die Ukraine gehen. Griechenland wiederum soll die fehlenden Fahrzeuge im Laufe des Jahres dann aus Rheinmetall-Beständen ersetzt bekommen, sobald diese vom Unternehmen flott gemacht wurden.

Woher die restlichen 20 der 40 für die Ukraine versprochenen Marder-Panzer kommen sollen, ist allerdings wohl weiter offen. Sie sollen aus Bundeswehrbeständen zusammengekratzt werden, heißt es, doch woher genau, ist nicht ganz klar.