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Geheime Planungen der Bundesregierung laufen: Der türkische Präsident Erdogan soll noch dieses Jahr Deutschland besuchen

Das bisher letzte Aufeinandertreffen: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, links) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Juli beim Nato-Gipfel in Vilnius. Nun steht Erdogan vor einem Besuch in Berlin. - Copyright: picture alliance/dpa/Kay Nietfeld
Das bisher letzte Aufeinandertreffen: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, links) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Juli beim Nato-Gipfel in Vilnius. Nun steht Erdogan vor einem Besuch in Berlin. - Copyright: picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

Recep Tayyip Erdogan steht vor einem Besuch in Deutschland noch in diesem Jahr. Nach Informationen von Business Insider bereitet die Bundesregierung aktuell einen Staatsbesuch des türkischen Präsidenten in Berlin vor. Ein exakter Termin steht demnach noch nicht fest.

Aus Ankara ist zu hören, dass Erdogan womöglich schon Mitte September die Bundesrepublik besuchen könnte. Der türkische Staatschef könnte den Besuch in Berlin mit Auslandsreisen zum G20-Gipfel in Delhi (10. bis 12. September) sowie zum UN-Gipfel in New York (18. bis 19. September) verbinden, hieß es. Die Planungen für den Deutschland-Besuch des Präsidenten seien jedoch nicht abgeschlossen.

Aus Kreisen der Bundesregierung verlautet wiederum, dass mit einem Besuch Erdogans in Deutschland "demnächst", aber eher im späteren Jahresverlauf und nicht schon im September zu rechnen sei. Ein finaler Termin werde zur Zeit noch ausgehandelt.

Das Auswärtige Amt ließ eine Anfrage unbeantwortet; auch die türkische Botschaft in Berlin antwortete nicht auf eine Anfrage von Business Insider.

Bundesregierung sieht Erdogan als verlässlichen Vermittler im Ukraine-Krieg

Sollte Erdogan nach Deutschland reisen, entspräche er damit einer von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Frühjahr ausgesprochenen Einladung. Scholz hatte Erdogan im Mai zu dessen – von internationalen Wahlbeobachtern wegen Einflussnahme der türkischen Regierung kritisierten – Wiederwahl gratuliert und den türkischen Präsidenten zu einem Amtsantrittsbesuch nach Deutschland eingeladen.

Scholz’ Sprecher Steffen Hebestreit sagte damals zu einem Telefonat zwischen dem Bundeskanzler und Erdogan: "Beide waren sich einig, die Zusammenarbeit zwischen beiden Regierungen mit frischem Elan anzugehen und sich früh zu gemeinsamen Schwerpunkten abzustimmen."

Das entspräche einer Art Neustart der in den vergangenen Jahren stets angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Dieser hätte gleich mehrere Gründe. So ist aus Regierungskreisen zu vernehmen, dass Erdogan – anders etwa als der chinesische Präsident Xi Jinping – als verlässlicher Vermittler im Ukraine-Krieg angesehen wird.

Erdogan will auch Wladimir Putin besuchen

Tatsächlich plant der türkische Präsident für den September eine Reise nach Moskau, zu Kreml-Chef Wladimir Putin. Gleichermaßen genießt die türkische Regierung auch Vertrauen in Kiew – nicht zuletzt dank Vermittlungsbemühungen beim Konflikt um ukrainische Getreideexporte sowie durch das Blockieren des Bosporus für russische Schiffe.

Für die Bundesregierung bleibt die Türkei zudem als Partner in der Migrationspolitik – Stichwort EU-Türkei-Deal – von großer Bedeutung. Darüber hinaus ist die Türkei Nato-Partner. Nicht zuletzt der langwierige Streit mit Ankara über die Erlaubnis für Finnland und Schweden, dem Militärbündnis beizutreten, hatte gezeigt, dass im Nordatlantikpakt keine Politik gegen Erdogan möglich ist.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verspricht ein Wende in der Wirtschaftspolitik.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verspricht ein Wende in der Wirtschaftspolitik.