Geheimdienst holte seit Putschversuch 80 Gülen-Anhänger aus dem Ausland in die Türkei

Der türkische Geheimdienst hat seit dem gescheiterten Militärputsch vom Juli 2016 nach Angaben der Regierung 80 mutmaßliche Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen aus dem Ausland in die Türkei geholt. Die Verdächtigen seien vom Geheimdienst MIT aus 18 Ländern in die Türkei gebracht worden, sagte der Regierungssprecher Bekir Bozdag am Donnerstag dem Sender Habertürk TV. Gülen wird von der türkischen Regierung für den Umsturzversuch verantwortlich gemacht.

Vergangene Woche hatte der MIT bei einem umstrittenen Einsatz mit dem kosovarischen Geheimdienst sechs mutmaßliche Gülen-Anhänger aus dem Kosovo in die Türkei gebracht. Kosovos Ministerpräsident Ramush Haradinaj entließ daraufhin seinen Innenminister und den Geheimdienstchef, da sie ihn nicht über diesen "inakzeptablen" Einsatz informiert hätten.

Die Türkei verlangt seit dem Putschversuch die Schließung der Schulen, Medien und anderen Einrichtungen der Gülen-Bewegung im Ausland und fordert von den Regierungen die Auslieferung mutmaßlicher Gülen-Anhänger. In der Vergangenheit gab es vereinzelt Berichte über entsprechende Einsätze des türkischen Geheimdienstes im Ausland, doch ist es das erste Mal, dass die türkische Regierung eine Zahl der dabei in die Türkei geholten Gülen-Anhänger nennt.