Geheimdienst-Geburtstag: Pussy-Riot-Aktivistin festgenommen

Bei einem Protest gegen 100 Jahre Geheimdienst ist in Moskau die Aktivistin Maria Aljochina von der Gruppe Pussy Riot festgenommen worden, mit ihr zwei Fotografen. Aljochina hatte sich mit einem Plakat «Alles Gute zum Geburtstag, ihr Henker!» vor die Zentrale des Inlandsgeheimdiensts FSB gestellt.

Kurz nach der Machtübernahme in der Oktoberrevolution hatten die

Boleschwiki am 20. Dezember 1917 die sogenannte Außerordentliche

Kommission (Russisch: TscheKa) gegründet, die mit Terror gegen echte

und vermeintliche Feinde vorging. Über die Jahrzehnte wurde die

Geheimpolizei oft umorganisiert und führte Namen wie OGPU oder KGB – bekanntester Mitarbeiter Wladimir Putin - heute firmiert der russische Inlandsgeheimdienst als FSB.

Aljochinas Rechtsanwalt Maxim Paschkow:

"Wissen Sie, ich arbeite im Kreml, ich arbeite mit denen, für die Bürokratie ihr Leben ist, aber meiner Meinung nach ist das (die Festnahme) absurd. Die Begründung ist absurd, da müssen SIe andere Stellen im Staat danach fragen."

Präsident Wladimir Putin, früher selbst KGB-Agent, sprach in Moskau bei einem

Festakt für die Mitarbeiter der diversen Dienste. Sie sollten eine

Einmischung von außen in das gesellschaftliche und politische Leben

Russlands abwehren ("Tass"). «Ich zähle darauf, dass sie weiterhin gewissenhaft arbeiten, Tradition und

Vermächtnis ihrer Vorgänger ehren und die gestellten Ziele erreichen», sagte der Kremlchef in einer Grußbotschaft.

Pussy Riot ist eine 2011 gegründete feministische, regierungs- und kirchenkritische Punkrock-Band aus Moskau. Ihre Verhaftung im März 2012 löste in den russischen und internationalen Medien Debatten über Kunst, Religion und Politik aus.

su mit dpa