Gegen Korruption: erneut Proteste in Rumänien

Zehntausende Menschen haben am Samstag erneut gegen Korruption in Rumänien protestiert. Wie hier in Bukarest foderten sie den Rücktritt der sozialliberalen Regierung.

Proteste waren eskaliert

Die Proteste richteten sich auch gegen einen massiven Polizeieinsatz gegen Demonstranten am Vortag. Dabei waren rumänischen Medienberichen zufolge 452 Menschen verletzt worden, darunter 35 Polizisten.

"Wir brauchen einen Wandel, müssen die Politiker, die Regierung austauschen. Denn sie alle sind unfähig, etwas für uns zu tun. Sie denken alle nur an sich selbst...Wir werden nicht aufgeben bis sich etwas ändert, bis sie verschwinden und uns die Chance auf ein besseres Leben geben", so diese Rumänin aus Frankfurt.

Nicht die Angst soll regieren

Eine der Schlüsselfiguren der Antikorruptionsbewegung, der Sänger und Schauspieler Tudor Chirila, warnte nach den gewaltsamen Auseinandersetzung vom Freitag vor einer Herrschaft der Furcht.

"Ich bin heute hier, weil ich nicht will, dass Angst die rumänische Gesellschaft im Griff hält. Der freie Protest ist unser letztes Mittel."

Auch der Niederländer Luke und seine rumänische Frau nahmen an den Protesten teil: "Man muss weitermachen und die Welt wissen lassen, was hier passiert. Denn diese Regierung ist total korrupt. Das weiß hier mittlerweile jeder."

Regierung rechtfertigt Polizeieinsatz

Staatspräsident Klaus Iohannis verurteilte den Polizeieinsatz vom Freitag als unverhältnismäßig und forderte eine staatsanwaltliche Untersuchung. Die Innenministerin begründete das Vorgehen der Polizei mit Angriffen durch "gefährliche Gewalttäter". Die Beamten hatten am Freitag Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt.