Geflügelwirtschaft hofft auf Impfstoff gegen Geflügelpest

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OSNABRÜCK (dpa-AFX) - Um die hochansteckende Geflügelpest einzudämmen, setzt der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft auf die zügige Entwicklung eines Impfstoffs. "Die Branche hat sich kaum von den Auswirkungen des letzten Seuchenzugs erholt. Wir brauchen so schnell wie möglich einen Marker-Impfstoff, um da rauszukommen", sagte Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag).

Sogenannte Marker-Impfstoffe ermöglichen die Unterscheidung von geimpften und infizierten Tieren. Wann entsprechende Impfstoffe einsatzfähig sind, sei noch nicht klar. "Wir können nur hoffen, dass es in wenigen Jahren so weit ist." Ripke forderte, die Forschung zu intensivieren und dafür Fördermittel bereit zu stellen.

In den vergangenen Tagen waren immer wieder Nachweise der Geflügelpest gemeldet worden. Am Mittwoch wurde erstmals in diesem Herbst in Niedersachsen ein Erreger der Infektionskrankheit in einem Nutztierbestand nachgewiesen. Betroffen war eine Entenhaltung mit rund 39 000 Tieren in der Stadt Friesoythe im Kreis Cloppenburg. Weitere Fälle gab es zuletzt unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Der zurückliegende Seuchenzug der Geflügelpest grassierte bundesweit. Nach Angaben von Ripke waren im Winter 2020 und Frühjahr 2021 in ganz Deutschland 150 Betriebe betroffen. Den Schaden bezifferte der Verbandspräsident zuletzt auf 30 Millionen Euro. Die Seuche steht im Zusammenhang mit dem Vogelzug und tritt vor allem im Winterhalbjahr auf. Ripke sagte der Zeitung, es zeichne sich jedoch immer mehr ab, dass die Vogelgrippe endemisch werde und in der heimischen Wildvogelpopulation zirkuliere. "Damit wird die Vogelgrippe zu einem ganzjährigen Problem. Umso dringlicher ist der Impfstoff."

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